Karow l "Seit einigen Jahren erlebt der Karower Gutshof eine Renaissance, die beispielhaft für den behutsamen Umgang mit wertvollem Kulturgut des Landes Sachsen-Anhalt ist", heißt es in einem Beitrag der aktuellen Zeitschrift "Denkmalpflege in Sachsen-Anhalt" (Autor: Falko Grubitzsch). Birgit Baumgärtel hat ein Exemplar der Zeitschrift im Eingangsbereich zur ehemaligen Brennerei ausgelegt, so dass Besucher sich den Beitrag über Karow anschauen können.

Natürlich freut sie sich über die Würdigung des Engagements ihrer Familie und zahlreicher Helfer durch das Landesamt für Denkmalpflege. Freilich: Leicht ist es oft nicht, alle notwendigen Unterlagen, Belege und Genehmigungen zusammen zu bekommen, um den nächsten Schritt in Angriff zu nehmen. Es hätte so manches Mal schneller gehen können, trotzdem haben Baumgärtels immer das Einvernehmen mit der Denkmalpflege gesucht, seit sie 2005 mit der Restaurierung von Schloss, alter Brennerei, Park und Nebengebäuden begonnen haben.

Die Besucher am Tag des offenen Denkmals haben auch dieses Jahr wieder Neues bewundern können. So ist der größte Teil der zu DDR-Zeiten errichteten Garagen auf dem Platz zwischen Schloss und Brennerei verschwunden. "Nur eine blieb vorläufig noch stehen, weil zu der Zeit gerade eine Gans darin gebrütet hat", schmunzelt Heinrich Baumgärtel, während er von der "Laterne" auf dem Schloss, die 2011 nach historischem Vorbild wiedererrichtet worden war, auf die betreffende Stelle zeigt.

Zum ersten Mal haben Baumgärtels die Laterne, von wo aus man eine tolle Aussicht auf Karow hat, für Besucher geöffnet. Es ging nicht eher, weil erst eine sichere Treppe errichtet werden musste. Das Angebot haben viele mit Begeisterung angenommen.

Auch auf den Schlosspark bietet sich von hier oben ein schöner Blick, und Baumgärtel konnte erläutern, wie in den vergangenen Jahren alte Sichtachsen wieder hergestellt wurden und was weiterhin geplant ist. Die Wiederherstellung des Schlossteichs ist ein großes Projekt, verbunden mit beachtlichen Erdarbeiten. Der Teich war zugeschüttet worden, jedoch sei die ursprüngliche Sohle noch erkennbar. Baumgärtels hoffen, hier recht bald beginnen zu können.