Mit prominenter Hilfe, leckerem Essen und einem bunten Programm haben Mitarbeiter und Bewohner der Heilpädagogischen Einrichtung in Badersleben Gäste angelockt. Ziel solcher Veranstaltungen ist das Zusammenwachsen innerhalb der Dorfgemeinschaft.

Badersleben l Inklusion bedeutet mehr, als Anderssein zu akzeptieren. Es geht darum, dass jeder Mensch die Möglichkeit erhält, sich gleichberechtigt an und in der Gesellschaft zu beteiligen, unabhängig von seinen Fähigkeiten, ethnischer wie sozialer Herkunft, Geschlecht oder Alter. Selbstverständlich ist das noch nicht, es gibt weiterhin Aufklärungsbedarf, resümiert Getraude Boye.

Die Mitarbeiterin des Internationalen Bundes (IB), ihre Kollegen sowie die Bewohner der Pädagogischen Wohneinrichtung luden aus diesem Grund zu einem Fest unter der Schirmherrschaft der "Aktion Mensch" auf ihrem Gelände in Badersleben ein. Neben Schminken, Basteln und Ponyreiten für die Kinder wurde ein abwechslungsreiches musikalisches Programm sowie eine Ausstellung von Kunstwerken gezeigt.

Prominente Schützenhilfe gab es von Cartoonist Philip Hubbe. In seinen Bildern betrachtet er das Leben mit einem Handicap mit schwarzem Humor und einem Augenzwinkern. Ralf Jakumeit, der sich im Fernsehen einen Namen mit seinen außergewöhnlichen Kochkreationen gemacht hat, verwöhnte die Gäste mit fünf Gängen, die er auf dem Grill zubereitete. Neben Lachs, Straußenfleisch und Spargel landete auch ein halbgebackener Schoko-Kuchen auf den Tellern. Naschen war ebenso wie Mitgrillen und Fragenstellen ausdrücklich erwünscht. "Es geht nicht allen Menschen so gut wie uns. Da ist es schön, wenn man auf diese Weise etwas zurückgeben kann", sagte Ralf Jakumeit.

"Wir richten so ein Fest zum ersten Mal aus. Um möglichst viele Menschen zu erreichen, wollten wir sie mit Essen herlocken", verriet Michael Nippgen lachend. Der Leiter des Heims ist gleichzeitig der erste Behindertenbeauftragte der Region. "Mit solchen Veranstaltungen wollen wir die Bewohner in die Dorfgemeinschaft integrieren", so Nippgen. "Inklusion ist ein Thema, das interessiert, aber die Umsetzung innerhalb der Gemeinde trotz geringer finanzieller Mittel gestaltet sich nicht immer einfach. Zumal es etwas ist, das aus den Menschen selbst kommen muss."

Wie Getraude Boye berichtete, entspricht diese Aussage auch dem Tenor der Diskussionsrunde, an der sich Bundestagsabgeordnete Heike Brehmer, Gemeindebürgermeister Thomas Krüger, Landrat Michael Ermrich (alle CDU), sein Stellvertreter Ulrich Senge, Sozialdezernent Andreas Heinrich, Hannah Becker vom Cecilienstift Halberstadt sowie Ortsbürgermeister Olaf Beder beteiligten. "Wir wissen, dass noch ein steiniger Weg vor uns liegt", sagte die Pressesprecherin der Einrichtung. "Oftmals weckt Unkenntnis Vorurteile. Deshalb ist es wichtig, offen miteinander zu sprechen, aufeinander zu zugehen und gegebenenfalls auch Kritik zu äußern. Nur so lässt sich Inklusion verwirklichen." Für die Zukunft hoffe man auf noch engeren Kontakt zu den Baderslebern, zum Beispiel bei der Ausrichtung gemeinsamer Feste.

 

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