Autor und Heimtforscher Günter Focke lädt zu einer besonderen Reise mit seinem neuen Buch "Von den ¿Spiegelsbergen\' zu den ¿Bullerbergen\' Halberstadts Gaststätten - einst und heute" ein. Das Buch wurde in dieser Woche vorgestellt.

Halberstadt l Kaum zu glauben, einst gab es über 100 Gaststätten in Halberstadt. "Gotisches Haus", "Hackerbräu", "Martinsklausel" auch "Saure Schnauze" genannt, "St. Hilarius" und viele mehr prägten einst eine Gaststättenkultur der besonderen Art.

Viele Gebäude sind entweder im Bombenhagel des Zweiten Weltkrieges untergegangen, in der Nachkriegszeit verfallen oder in den vier Jahrzehnten sozialistischen Gaststätten-Einheitsbreis verschwunden. Meist haben die gastlichen Häuser nur in den Erinnerungen der alten Halberstädter überlebt. Oder auf den vielen historischen Postkarten, Fotos und anderen Zeitdokumenten, die sich im Besitz von Günter Focke befinden.

Die haben den Halberstädter wiederum inspiriert, sich auf eine Reise in die Vergangenheit der Gaststättenkultur seiner Heimatstadt zu begeben. Eine Reise, die vor mittlerweile acht Jahren begann. Jetzt liegt das Ergebnis vor, eine Art "Reiseführer" in eine längst untergegangene Zeit, allerdings nicht ohne den Bezug in die Gegenwart zu verlieren. Denn einige Traditions-Gaststätten sind auch heute noch in Halberstadt zu finden. So wie der "Bullerberg", der "Lindenhof", "Gästehaus Spiegelsberge", "Am Sommerbad", das "Weiße Roß" (jetzt "Unter den Linden") oder das "Jagdschloss".

Die interessante Reise in die Gaststättenkultur der Vorharzstadt ist jetzt im Buch "Von den ¿Spiegelsbergen\' zu den ¿Bullerbergen\' Halberstadts Gaststätten - einst und heute" nachzulesen. Autor Günter Focke hat es mithilfe des Geschichtsvereins für Halberstadt und das nördliche Harzvorland herausgegeben und in dieser Woche vorgestellt.

Auf 156 Seiten ist die Geschichte von 22 Gaststätten ausführlich beschrieben, von denen sechs nach 1945 wieder entstanden sind. Insgesamt werden 65 erwähnt, genauso wie 14 in der Stadt einst ansässige Getränkeproduzenten und eine Kaffee-Rösterei. Die Spurensuche habe sich sehr schwierig gestaltet. "Nach dem Zweiten Weltkrieg waren immerhin 11 Hotels, 38 Gaststätten und sieben Cafés auf keinem Stadtplan mehr verzeichnet", schreibt der Autor in seiner Vorbetrachtung. Dennoch gelang es Focke umfangreiches Wissen zusammenzutragen. "Das Buch ist nur ein Ausschnitt von dem, was ich in den zurückliegenden Jahren zusammengetragen habe", so der Autor.

Der Geschichtsverein habe gern die Aufgabe der Mitherausgabe übernommen, sagt dessen Vorsitzender Dr. Volker Bürger. "Auf zwölf Farbseiten sind sehr schöne Ansichten der alten Gaststätten zu sehen", lobt Bürger.

Das Buch ist für 15,90 Euro in den Halberstädter Buchhandlungen und in der Halberstadt-Information käuflich zu erwerben. Zur ersten Lesung lädt Günter Focke am 15. Januar um 15.30 Uhr ins Städtische Museum ein.