Hötensleben l Was sich nach der unglücklich verlaufenen "Rock am Denkmal"-Ausgabe 2012 abgezeichnet hat, ist nun gewiss: Die Großveranstaltung in Hötensleben ist vorerst auf Eis gelegt. Ratlosigkeit und Zurückhaltung begleiten die Frage, ob und wie das Festival überhaupt noch einmal neu aufgelegt wird.

Klangvolle Namen haben die Konzertnächte am Grenzstreifen über ein Jahrzehnt lang bereichert. Seit "Rock am Denkmal" (RaD) dem Festzelt entwachsen war, um sich fortan auf der großen Open-Air-Bühne zu entfalten, traten hier reihenweise renommierte Künstler von nationalem und internationalem Format auf: die vielbejubelten Glam-Rock-Oldies von "The Sweet" und "Slade", die britischen Pop-Barden von "Right Said Fred", Synthie-Virtuose Manfred Mann oder auch Deutschlands erfolgreichster Rock-Export "The Scorpions".

Damit ist nun bis auf Weiteres Schluss. Fakt ist: 2013 wird es kein Festival am Grenzdenkmal geben; eine Fortsetzung generell steht in den Sternen. "Das Open Air nimmt sich eine Auszeit", heißt es noch vorsichtig optimistisch auf der Homepage von "Rock am Denkmal". Ein paar Zeilen weiter klingt das schon weniger verheißungsvoll, da ist vom "kaputten kulturellen Kleinod" die Rede. Organisationsleiter Thomas Malcher erläutert gegenüber der Volksstimme: "Wir haben uns im Kulturausschuss der Gemeinde zusammengesetzt und analysiert. Es hat sich dabei bestätigt, was wir schon nach dem Desaster voriges Jahr gesagt haben: Die fehlende Verbundenheit insbesondere der Hötensleber war ausschlaggebend. Damit ist die eigene Intention, ein Event für die Leute vor Ort zu bieten, irgendwo nicht mehr gegeben."

Weitere Faktoren haben den Beschluss katalysiert, wie Malcher aufzeigt: "Die Gemeinde muss zunehmend aufs Geld schauen und bei freiwilligen Aufgaben streichen. Es fehlten auch die Ideen, inwiefern wir an die Leute herankommen können. Wir haben in den letzten Jahren vieles probiert, aber irgendwann ist die Motivation dann auch im Keller."

Die Konzertwochenenden Ende Juli waren fast schon schicksalshaft vom Wetterpech verfolgt. Vom verschlammenden Dauerregen über heftige Hagelschauer bis hin zu schweren Sturmauslegern hat man alles durchleben müssen. Zur "Krönung" der Wettermisere sorgte eine gefährliche Gewitterfront im vorigen Sommer gar für einen Konzertabbruch. Gepaart mit der zusehends schwindenden regionalen Anziehungskraft der Veranstaltung, blieb unterm Strich die vorläufige Erkenntnis, besser doch das Handtuch zu werfen.

"Auch wenn das noch kein Abschied auf ewig ist, muss man sich wohl eingestehen, dass die Region für solche Geschichten zurzeit verbrannt ist", resigniert Malcher. "Die Stabilisierung und Etablierung, die erhofften kleinen Zugewinne, sind nicht erreicht worden."

Hötensleben sei für Konzertveranstaltungen weiter offen, so Malcher, "das muss dann aber vorrangig extern über Agenturen oder Privatanbieter ablaufen - die Gemeinde selbst wird sich da im Hintergrund halten."

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