Erxleben l Seit ziemlich genau zwei Jahren ist John B. Emerson US-Botschafter in Deutschland. Zu seinen Aufgaben gehört es auch, das Land und seine Geschichte kennenzulernen.

Seine erste Reise außerhalb von Berlin führte ihn schon im August 2013, seinem Ankunftsmonat in Deutschland, direkt nach Sachsen-Anhalt und zwar nach Quedlinburg. Seitdem hat der Botschafter unter anderem schon Magdeburg und Torgau besucht, wo er in diesem Jahr am Elbe-Day teilnahm.

Eine ähnliche Exkursion führte ihn dank freundschaftlicher Kontakte zur Familie von Alvensleben am Dienstag gemeinsam mit seiner Frau Kimberly Marteau auf Schloss Hundisburg, nach Erxleben in die Schlosskirche sowie die Schlösser I und II sowie im Anschluss nach Cremlingen, wo der Schlosspark von Destedt der Familie Veltheim ein weiteres Tagesziel darstellte.

Gemeinsam mit Kathleen und Busso von Alvensleben sowie weiteren Familienangehörigen wurde zunächst ein Blick in den Hausmannsturm geworfen. Beeindruckt von der langen Familientradition in Erxleben zeigte sich John B. Emerson in der Kirche. Zahlreiche Vorfahren der von Alvenslebens haben sich im Laufe der deutschen Geschichte verdient gemacht und wurden in der Kirche verewigt, sei es durch Epitaphien oder durch namentliche Erwähnung. Busso von Alvensleben erläuterte alles in englischer Sprache.

Erhalt der Schlosskirche

Beeindruckt zeigte sich der Botschafter von den Bemühungen des Förderkreises Schlosskirche um den Erhalt des Gotteshauses, wo aktuell eine Restaurierung der Herbst-Orgel von 1710 ins Haus steht. Seit Jahren sammelt der Förderkreis, unterstützt von der Familie von Alvensleben, Mittel zur Finanzierung des ehrgeizigen Vorhabens.

Förderkreis-Vorstandsmitglied Hildegard Bernick zeigte dem Botschafter einen Scheck von Lotto über 22 000 Euro, der kürzlich für die Restaurierung überreicht werden konnte. "Das ist viel Geld", meinte Kathleen King von Alvensleben mit Blick auf ihre eigenen Bemühungen um den Erhalt des Berliner Schlosses, in dessen Förderverein sie seit Jahren selbst engagiert ist.

Als das Gespräch auf einen Teil des Schlosskomplexes zu sprechen kam, für den Bürgermeister Gerhard Jacobs einen Interessenten hat, aber nicht vorankommt, weil das Gebäude einem Bürgermeister Müller gehörte und dessen Besitz an die Stadt Berlin gefallen ist, konnte Busso von Alvensleben seine Unterstützung anbieten. Er habe demnächst ein Gespräch in Berlin, bei dem er ansprechen könne, dass es für das Gebäude einen Interessenten gibt.

Der einstige Festsaal und das Kaminzimmer im leerstehenden Schloss II waren eine weitere Station durch Erxleben, ehe im Schloss I, dem heutigen Verwaltungssitz der Verbandsgemeinde Flechtingen, Bürgermeister Gerhard Jacobs zur Erinnerung an den Besuch in Erxleben ein gläsernes Relief von der 1050-Jahr-Feier Erxlebens überreichte. Im Gegenzug bekam der Ortschef eine Plakette der US-Botschaft.

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