Satuelle (az) l Keine Puppen oder Autos, dafür jede Menge frische Luft und Bewegung: Das ist ein Eckpunkt des Satueller Waldkindergartens, der zur Kindertagesstätte "Birkenwäldchen" gehört. Um Interessierten einen Einblick in die pädagogische Arbeit der Betreuerinnen und den Alltag der Kinder zu bieten, feierte die Einrichtung einen Tag der offenen Tür.

"Wir geben den Kindern ein Stück von dem zurück, was wir selbst in unserer Kindheit erlebt haben", erklärt Leiterin Cornelia Schmidt. Das bedeutet: Viel toben, gerne auch mal schmutzig werden - und jede Menge Abenteuer. "Die Kinder sind tatsächlich das ganze Jahr bei Wind und Wetter im Wald. Nur bei zweistelligen Minusgraden oder Unwetterwarnungen machen wir eine Ausnahme", so Cornelia Schmidt.

Um den Besuchern zu zeigen, was es in ihrem grünen Kindergarten alles zu erleben gibt, luden die Kleinen zusammen mit ihren Betreuerinnen unter anderem zum Stockbrotbacken, Baum-Quiz oder Wald-Parcours ein.

Entstanden ist der Waldkindergarten im Jahr 2005. Damals wurden die Kindertagesstätten im Haldensleber Stadtgebiet aufgerufen, ihr Profil zu schärfen. "Und für das ¿Birkenwäldchen\' hat die Natur immer schon eine große Rolle gespielt", betont Schmidt.

Zunächst gab es mit den "Wichtelzwergen" eine Halbtagsgruppe. Nur ein Jahr später kam mit den "Waldmäusen" eine Ganztagsbetreuung dazu. Jede Gruppe umfasst derzeit 16 Kinder. Einige Plätze sind noch frei. Als Hauptquartiere der Kinder gibt es zwei Waldplätze. Zur Ausstattung gehören unter anderem Bauwagen, selbstgebastelte Ausgucke, Kletterbäume, Insektenhotels und Feuerstellen.

Nur bei Kaufhaus-Spielzeug und vorgefertigten Spielgeräten herrscht Fehlanzeige: Stattdessen gibt es Werkzeug - und einen ganzen Wald voller Möglichkeiten. "Die Kinder müssen selbst etwas suchen und kreativ sein", so Cornelia Schmidt. "Alles, was die Natur bietet, wird zum Spielen und Lernen genutzt." Gleichzeitig werde sehr auf gesunde Ernährung geachtet. Will heißen: viel Obst und Herzhaftes, nach Möglichkeit aber keine Süßigkeiten.

Abenteuer auf eigene Faust gibt es im Waldkindergarten allerdings nicht. "Die Kinder bleiben in Ruf- und Sichtweite", so Schmidt. Der Wald werde nur zusammen mit den Betreuerinnen erkundet.

Einen besonderen Höhepunkt beim Tag der offenen Tür bildete die Auszeichnung von Harald Eisenkrätzer. "Seit zehn Jahren ist er als Revierleiter immer für uns da - egal, ob wir mal eine neue Bank brauchen oder eine Pilzwanderung machen möchten", sagt Cornelia Schmidt. Zum Dank bekam er eine Bildertafel mit Fotos von verschiedenen Aktionen, die er zusammen mit den Kindern erlebt hat.

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