Die Schachsportler des SV 90 Havelberg müssen den Weg zurück in die Bezirksliga gehen. Das 4:4 beim Saisonfinale in Flechtingen reichte ihnen nicht für den Verbleib in der Bezirksoberliga.

Havelberg l Das letzte Punktspiel war nichts für schwache Nerven, ging es doch im direkten Duell gegen den Flechtinger SV um den Klassenerhalt in der Bezirksoberliga Nord. Die Gäste vom SV 90 Havelberg mussten als Tabellenletzter unbedingt gewinnen, um den Gegner noch zu überflügeln, doch das hart umkämpfte 4:4 war am Ende zu wenig, um die rote Laterne noch abgeben zu können.

Dabei fing der Wettkampf verheißungsvoll an: Heiko Gielke sorgte gegen seinen unachtsam spielenden Gegner frühzeitig für die Havelberger Führung. Das 1:0 hatte allerdings nicht lange Bestand, da Thomas Holzhüter am Brett 3 nach einem schweren Patzer in der Eröffnung schon um den Ausgleich kämpfen und nach einem weiteren Schnitzer aufgeben musste. Nach diesem 1:1 nahmen die beiden Spitzenbretter - Karsten Kasubek an Brett 1 und Steffen Heinze an Brett 2 - aus taktischen Gründen Remisangebote ihrer Gegner an.

Keine Mannschaft konnte größeren Vorsprung erzielen

So blieb mit diesem 2:2 das Match weiterhin eng, keine Mannschaft konnte sich einen größeren Vorsprung erkämpfen. Das änderte sich auch nicht, als Mathias Piehl an Brett 7 nach einer taktischen Kombination einen Turm verlor und fast zeitgleich Bernd Rump an Brett 6 erst die Dame eroberte und dann seinen Gegner matt setzte. Beim Stand von 3:3 konnte Michael Luksch an Brett 5 seinen in Zeitnot befindlichen Gegner in aussichtsloser Lage zur Aufgabe zwingen, so dass die Domstädter erneut 4:3 in Führung gingen. Nun reichte in der letzten noch offenen Partie ein Remis zum Gesamtsieg, und Klaus Dittmer am Brett 4 konnte auch lange Zeit ein Endspiel mit Springer gegen Läufer und gleicher Bauernanzahl in der Waage halten. Doch nach fünf Stunden aufopferungsvollem Kampf gewann der Flechtinger langsam die Oberhand und konnte für seine Mannschaft zum 4:4-Endstand ausgleichen.

Nur zwei Jahre in der Bezirksoberliga

Damit dauerte das Gastspiel der Havelberger in der Bezirksoberliga zwei Jahre. Mannschaftsleiter Steffen Heinze analysiert rückblickend: "Wir haben den Klassenerhalt nicht in den letzten drei Begegnungen verspielt, sondern die Niederlagenserie davor war eine zu schwere Hypothek, um den Rückstand noch aufholen zu können. Im Vorjahr hatten wir weniger Besetzungsprobleme, aber das ist nicht der einzige Grund. Wir haben auch oft zu zaghaft und ohne Selbstvertrauen gespielt, was auch die hohe Remisquote erklärt."

Mit Abstand bester Havelberger war Michael Luksch, der leider nicht alle Spiele bestreiten konnte, aber hervorragende vier Punkte aus fünf Spielen holte. Mit Klaus Dittmer übertraf ein weiterer Spieler die 50-Prozent-Marke mit vier Punkten aus sieben Spielen.

In der kommenden Saison wollen die Havelberger in der Bezirksliga - dann wieder mit sechs statt acht Mann - um den Aufstieg mitspielen.