Der Kiefernspinner hat den langen Winter gut überlebt und frisst sich am frischen Grün in den Kronen der Kiefern satt. Dem wird ab heute Einhalt geboten - mit einem chemischen Mittel, das ein Hubschrauber über den Wäldern versprüht.

Klietz/Kamern l Im letzten Herbst waren es 60 Hektar, die im Revier Kamern kurzfristig behandelt werden mussten, weil ein Kahlfraß drohte. Entwarnung gab es danach allerdings nicht. Denn die Winterbodensuche und die Kontrolle der angebrachten Leimringe jetzt im Frühling hat ergeben, dass sich der Schädling weiter stark vermehrt und die Grenzwerte überschritten hat.

Die Förster Heinz Carben und Roland Eckert führten die Kontrollen durch. Deshalb hat die Nordwestdeutsche forstliche Versuchsanstalt in Göttingen entschieden, dass gegen den Kiefernspinner der Häutungshemmer "Dimilin" eingesetzt wird. Der bewirkt, dass die Raupe sich nicht mehr häuten kann und spätestens nach zwei Wochen abstirbt.

1200 Hektar Wald im Bereich Kamern und Klietz sind befallen und werden ab heute mit dem Insektizid besprüht. Ein Hubschrauber bringt die Flüssigkeit aus. Start- und Landeplatz ist die Feuerstellung "In den Hundebüschen" bei Scharlibbe. "Je nach Wetter dauert die Behandlung dieser großen Fläche mehrere Tage", erklärt der Leiter des Betreuungsforstamtes, Peter Sültmann. Er ist froh, dass etwas gegen den Schädling unternommen wird, sind doch die Bilder von den großen befallenen Flächen 2004 noch in Erinnerung.

50 Hektar auf Gebiet des Bundesforstamtes

Inmitten der 1200 Hektar staatlichem Wald liegen auch zwei kleine Inseln Wald des Bundesforstamtes. Auch diese rund 50 Hektar werden mitbehandelt, erklärt der Betriebsbereichsleiter, Forstoberrat Kurt-Werner Balke, zufrieden über diese Kooperation. "Auch wir kontrollieren die Entwicklung des Kiefernspinners sehr genau, aber noch sind die Grenzwerte nicht überschritten."