Nicht wegzudenken waren unter den Helfern während der Flut und jetzt bei der Beseitigung der Folgen die Freiwilligen vom Technischen Hilfswerk THW. In Klietz wurde gestern offiziell danke gesagt.

Klietz l Jeder der freiwilligen Helfer in den blauen Uniformen bekam eine Urkunde, ein Buch über Klietz sowie die Broschüre zum 60-jährigen Bestehen der Scharlibber Agrargenossenschaft. Denn bei letzterer hatte die Pumpentechnik des THW während der Flut dafür gesorgt, dass die 8000 Schweine überleben konnten.

Noch immer laufen THW-Pumpen in der Mühlenstraße an der Abwasser-Hebestation und an der dortigen Wiese, auf dem Gelände der Bundeswehrkaserne sowie bei der Baufirma Matzke auf der anderen Seite der Bundesstraße.

Eine Pumpe ist noch immer in Scharlibbe in der Läuferaufzuchtanlage im Gange. Hier waren zu Hochzeiten immerhin bis zwölf Pumpen im Einsatz. Eine der Pumpen des THW aus Berlin Steglitz schaffft 5000 Liter pro Minute.

Die Steglitzer verlegten gestern wieder in ihren Heimatstandort. Eine Pumpe bleibt vor Ort bei den Kameraden aus Neuruppin, die noch bis in die kommende Woche in Klietz bleiben. Denn ohne ihre Pumpen wäre eine Abwasserentsorgung in Klietz auch weiterhin nicht möglich: Das Abwasserpumpwerk schafft 600 bis 700 Liter je Minute, die THW-Leute müssen aber noch immer bis zu 3500 Liter Wasser aus dem Schacht in der Mühlenstraße abpumpen.

Einsatzleiter ist seit dem 15. Juni in Klietz

Einsatzleiter des THW in Klietz ist Julien Plötz aus Neuruppin, er ist bereits seit dem 15. Juni vor Ort. Im Durchschnitt ist sein Ortsverband mit zehn Mann in Klietz. Mit dabei haben sie fünf LKw und einen Mannschaftstransporter. Ein watfähiger Lkw war zum Kraftstofftransporter umfunktioniert worden, um die gefluteten Orte ringsum mit Betriebsstoffen zu versorgen. Wenig erfreulich fand der Einsatzleiter, dass des öfteren auf dem Deich und auch in Klietz Sprit über Nacht aus den Aggregaten gestohlen worden war.

Beide Teams gehören zu einer THW-Fachgruppe Wasserschadenpumpe. Die Steglitzer können mit ihren Pumpen insgesamt 25000 Liter Wasser je Minute befördern, die Neuruppiner schaffen 23000 Liter. Keller können sie allerdings nicht leerpumpen, wegen der großen Saugkraft droht eine Unterspülung des Fundaments.

Die Steglitzer wurden von Gruppenführer Michael Mathews geleitet, er ist seit dem 21. Juni in Klietz. Zuvor, seit dem 30. Mai, war er in Grimma im Einsatz gewesen. "Jetzt bin ich fast zwei Wochen am Stück in Klietz, zum Glück hat mein Arbeitgeber dafür Verständnis, er ist selbst bei der Feuerwehr," berichtet der Steglitzer. Doch gibt es auch Chefs, die das nicht so sehen, besonders in kleineren Firmen. Zwar erhalten sie Verdienstausfallgeld, doch fehlt die Arbeitskraft.

Zusammenarbeit mit Gemeinde klappte gut

Die Zusammenarbeit mit der Gemeinde hatte gut geklappt, berichten die beiden Leiter, jeden Tag war Beratung. Gleiches gilt für Feuerwehr und Bundeswehr. So halfen die Feuerwehrleute in Scharlibbe, als sich ein THW-Lkw dort im Schlamm festgefahren hatte. Oft denkt der Steglitzer auch daran zurück, wie sein 18 Meter langer LKW auf die Sandauer Fähre rollte, er musste im rechten Winkel auffahren.