800 Kilometer legten zwei Kinder mit ihren Eltern zurück, um ihre gesammelten Spendengelder für Flutopfer in Schönhausen zu übergeben.

Schönhausen l Mitten in der Nacht hatte Beate Spengler am 10. Juni eine SMS von der Verwandtschaft aus Schönhausen aufs Handy bekommen: "Jetzt werden wir evakuiert," schrieben die Pollees. Als Beate Spengler anderntags ihren Kindern Elena und Levin davon berichtete, begaben diese sich in ihrem Heimatort Illmensee, in Baden-Württemberg in der Nähe des Bodensees, sofort auf Spendensammeltour. Mit dabei waren auch die drei Freunde Hanan Nassini, Sarah Hecht und Rebecca Bräuning.

Zuerst malten sie fürs Schulfest ein Plakat, um auf die Lage der Flutopfer an der Elbe aufmerksam zu machen. Dann wurde der Sammelradius auf Firmen, Geschäfte und Nachbarn ausgedehnt. Sogar der Bürgermeister gab etwas dazu. In den Kirchgemeinden Wilhelmsdorf und Friedrichshafen am Bodensee sammelten die Kinder ebenfalls fleißig.

Als Dankeschön eine Rundfahrt mit der Wehr

Mit 1050 Euro im Gepäck fuhren die beiden Geschwister mit ihren Eltern nun nach Schönhausen. 600 Euro gehen davon an die Kirchengemeinde, 450 Euro erhält der Feuerwehrnachwuchs. Der Metzger gab ihnen zudem 50 Bratwürste mit, diese wurden am Gerätehaus der Wehr gegrillt.

Diese Sammelaktion sei eine tolle Geste der Mitmenschlichkeit, lobte Thomas Roloff, Vorsitzender des Gemeindekirchenrats, die Kinder. "Wir haben selbst ein Spendenkonto, das Geld wird natürlich an Betroffene weitergereicht", erklärte er. Eine hohe Summe im sechsstelligen Bereich befinde sich auf dem Konto, das von allen betroffenen Kirchgemeinden eingerichtet wurde. Heute wird über die Vergabe der Gelder entschieden.

Wehrleiter Karl-Heinz Pick hob ebenfalls das Engagement der Kinder hervor, zudem hätten sie den weiten Anreiseweg in Kauf genommen. Das Geld erhalten die Kinder- und die Jugendfeuerwehr. Er lud die beiden Sammler zu einer Rundfahrt auf dem Einsatzfahrzeug ein, was diese natürlich mit Freude annahmen.