Grieben/Stendal (ge) l Rita Platte, Bürgermeisterin von Grieben hat Sorgenfalten auf der Stirn, wenn sie an die Zukunft der kleinen Schulen in den Dörfern denkt und diese Gedanken mit der Förderpolitik des Landes Sachsen-Anhalt abgleicht. Eine Politik, so die Bürgermeisterin, die Kinder im ländlichen Raum benachteiligt, sie schlechter behandelt.

Zu den Fakten: In Grieben gehen 64 Mädchen und Jungen zur Schule. In den Grundschulen Iden, Groß Garz, Klietz, Schinne und Sandau ist die Situation derzeit ähnlich. Über das Landesförderprogramm Stark III könnten Sanierungsarbeiten in den Schulen ausgeführt werden. Voraussetzung ist, dass die Schule, die einen Antrag auf Stark-III-Förderung stellt, nachweist, dass sie auch 15 Jahre nach Abschluss der Sanierungsarbeiten noch 80 Schüler hat. "Damit sind Bedingungen formuliert, die die kleinen Schulen ausgrenzen", sagt Rita Platte und spricht damit eine bittere Wahrheit aus, die neben den oben genannten sechs Schulen auch die Grundschulen in Arneburg, Goldbeck, Lüderitz, Schönhausen und Börgitz betrifft. Keine dieser Schulen wird in 15 Jahren voraussichtlich noch 80 Schüler haben. Keine der insgesamt elf kleinen Schulen im Landkreis hat damit die Chance auf Fördermittel. Rita Platte: "So eine Schul- und Förderpolitik des Landes ist nicht hinnehmbar."