Ihren 20. Geburtstag feierte die Beetzendorfer Theatergruppe am Freitag mit einem besonderen Auftritt. Auf der Bühne der Sekundarschulaula bekam das Publikum eine Krimikomödie zu sehen.

Beetzendorf l Kaum zu glauben, dass die Hobbyschauspieler der Beetzendorfer Theatergruppe schon seit zwei Jahrzehnten ihr Publikum auf der Bühne begeistern. Doch genau diesen Anlass galt es am Freitagabend in der Aula der Grund- und Sekundarschule zu feiern. Nicht nur mit Sekt, sondern selbstverständlich auch mit einem neuen Stück, das die Theatergruppe extra für den Geburtstag einstudiert hatte. Der Name "Gute Reise, Madame Butterfly" ließ zurecht Humorvolles vermuten, doch kam auch die Spannung nicht zu kurz.

"Wir haben Ihnen eine Krimikomödie mitgebracht", verkündete Martina Lange, die in dem Stück die Haushälterin Eva spielte, zu Beginn. Die Idee dazu sei bereits vor zwei Jahren entstanden. "Beim Proben und Spielen haben wir gemerkt, wie dicht beieinander Komisches und Ernstes liegen", erläuterte die Beetzendorferin. Da reifte der Wunsch nach einem echten Volksstück, das jedoch erst jetzt nach fünfmaligem Umschreiben seine Premiere feiern konnte.

Zuschauer durften in der Pause den Mörder erraten

Das Publikum, das zahlreich zum Jubiläumsauftritt in die Aula strömte, musste diesmal nicht nur strapazierfähige Lachmuskeln, sondern auch eine gehörige Portion Spürsinn mitbringen. Schließlich galt es denjenigen zu erraten, der die ehemalige Operndiva Elisabeth von Ricken vom Leben zum Tode befördert hat. Zum Kreis der Verdächtigen zählten so gut wie alle: Die verstoßene Tochter Charleen, die ehemaligen Opernkolleginnen Klara und Mariechen, denen der Star regelmäßig die Hauptrollen vor der Nase weggeschnappt hatte, die raffgierige Kurdirektorin Schmalfuß, die ein Auge auf von Rickens Ferienhaus auf Sylt geworfen hat und im Todesfall das gesamte Vermögen erhält, sowie die Haushälterin Eva und Hausmeister Gregor. Beide haben ein Verhältnis, doch Eva ahnt nichts davon, dass Gregor heimlich seine Chefin geheiratet hat, um abzusahnen.

Oder war der Mörder am Ende doch der Gärtner beziehungsweise in diesem Fall der Versicherungsvertreter? Auf den tippte der Gewinner des Publikumsrätsels, das in der Pause vor dem Finale veranstaltet wurde. Zum Lohn gab es zwar keine Reise nach New York, aber immerhin eine rote Thermoskanne - typgleich zu derjenigen, aus der das vermeintliche Mordopfer im Zug nach Sylt den vergifteten Tee getrunken haben soll.

Am Ende stellte sich alles ganz anders dar, und auch die verschwundene Leiche tauchte putzmunter wieder auf, nach Aufdeckung des großangelegten Versicherungsbetrugs zur Strecke gebracht vom unermüdlichen Hauptkommissar Stöckel und seinem Assistenten Rex.

Zwischen den beiden Aufführungsteilen, die mit viel Applaus bedacht wurden, konnten sich die Zuschauer an einer Stellwand in Text und Bild über die Geschichte der Beetzendorfer Theatergruppe informieren, die 1993 beim Parkfest mit dem Märchen vom gestiefelten Kater ihren ersten Auftritt hatte.

   

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