Ohne die erwarteten großen Diskussionen hat der Verbandsgemeinderat am Mittwoch über die Zuschussanträge für die Bäder entschieden. Jetzt müssen die Räte in Dähre und Apenburg-Winterfeld festlegen, wie sie mit dem Resultat umgehen.

Beetzendorf l Lag es am bevorstehenden Champions League-Spiel-Kracher der Dortmunder Borussia gegen Real Madrid, den einige im Fernsehen miterleben wollten, oder an den ausführlichen vorherigen Absprachen auf Fraktionsebene und im unmittelbar vor der Sitzung geheim tagenden Einrichtungs- und Sozialausschuss? Jedenfalls kamen bei der Zusammenkunft des Verbandsgemeinderates am Mittwochabend in Beetzendorf so gut wie keine Diskussionen auf, auch nicht bei der mit Spannung erwarteten Entscheidung über die Bäderzuschüsse.

Günther Serien, Vorsitzender des Einrichtungs- und Sozialausschusses, stellte zu Beginn klar, dass das Gremium seinen Beschlussvorschlag vom 6. März zurückzieht. Dieser sah vor, jeweils 20000 Euro Zuschuss an die Gemeinden Dähre und Apenburg-Winterfeld sowie jeweils 10000 Euro an Beetzendorf und Diesdorf für den Betrieb ihrer Bäder zu zahlen. Einen neuen Vorschlag wollten die Ausschussmitglieder auch nach ihrer nichtöffentlichen Beratung dem VG-Rat nicht auf den Tisch legen.

Drei Anträge lagen dem Rat zur Abstimmung vor. Apenburg-Winterfeld und Diesdorf wollten je 20000 Euro für ihre Bäder, Dähres Bürgermeister Harald Heuer korrigierte seinen Zuschussbedarf für das Waldbad nach Absprache innerhalb der CDU-Fraktion auf 25000 Euro nach unten.

Das Dilemma: Für die Erfüllung der Wünsche aller drei Gemeinden nach insgesamt 65000 Euro, ist im VG-Haushalt nicht genug Geld vorhanden. Zwar sind dort 60000 Euro für die Abwicklung der Bäder in Apenburg und Dähre eingestellt, doch die Hälfte dieser Summe ist bereits für laufende Kosten ausgegeben oder wird noch benötigt.

Rohrbergs Bürgermeister Bernd Schulz wollte wissen, wie die Finanzierung der Zuschüsse im Falle einer Annahme aller drei Anträge durch den Rat erfolgen soll. Die Antwort gab Ratsvorsitzender Fritz Kloß: "Dann entscheiden wir bei der nächsten Sitzung über einen Nachtrag zum Haushalt". Allerdings seien die Mehrkosten dann mit einer Erhöhung der ohnehin schon gestiegenen Umlage für die Gemeinden verbunden. "Darüber müssen wir uns im Klaren sein", mahnte die Ratsfrau Angelika Scholz.

Die Abstimmung selbst verlief dann jedoch wie erwartet. Während der Dährer Antrag mit großer Mehrheit angenommen wurde, scheiterten Apenburg-Winterfeld und Diesdorf mit ihren Zuschusswünschen (wir berichteten gestern). Den Diesdorfer Antrag auf 20000 Euro befürwortete als einziger Bürgermeister Fritz Kloß. "Ich stehe zwischen Baum und Borke", meinte er entschuldigend mit Verweis auf das Votum seines Rates. Bei der Abstimmung über den Zuschuss für das Apenburger Waldbad votierte neben den beiden anwesenden Vertretern der Gemeinde im Rat, Mark Wöllmann und Ninett Schneider, lediglich noch der Neuekruger Udo Riechmann dafür.

Was sind jetzt die Konsequenzen aus der Ratsentscheidung? Fritz Kloß äußerte gleich nach der Abstimmung die Hoffnung, dass die Gemeinde Apenburg-Winterfeld ihr Bad trotz des versagten Zuschusses zur neuen Saison öffnet, "damit die Bäderlandschaft in unserer Region erhalten bleibt". Doch das ist längst noch nicht ausgemacht. "Ob wir das Waldbad in Apenburg aufmachen oder nicht, muss jetzt der Gemeinderat entscheiden", erklärte Bürgermeister Harald Josten gestern auf Volksstimme-Nachfrage. Schließlich sei die Entscheidung, das Bad in Trägerschaft der Gemeinde zurückzunehmen, damals unter der Bedingung des Zuschusses seitens der VG gefallen. "Wie sich diejenigen Räte, die damals zugestimmt haben, jetzt aufgrund der geänderten Situation entscheiden, vermag ich nicht einzuschätzen", meinte Josten, für den die Ablehnung des Zuschussantrages nicht überraschend kam. "Ich habe damit gerechnet, auch wenn uns in vielen Gesprächen signalisiert wurde: Stellt doch mal einen Antrag, dann wird es auch Geld geben."

Ein Termin für die entscheidende Sitzung des Apenburg-Winterfelder Rates steht noch nicht fest. Josten visiert allerdings nach eigenem Bekunden die zweite oder dritte Maiwoche an. Klar ist auch, dass genügend Geld im Haushalt zur Verfügung steht, um das Bad in diesem Jahr zu betreiben. "Wir haben 60000 Euro eingestellt", erklärte der Bürgermeister. Damit wäre der in den Jahren konstant gebliebene Zuschussbedarf für das Bad in Höhe von 50000 Euro gedeckt.

Großer Jubel dagegen in Dähre, dem großen Gewinner des Badpokers. Etliche Mitglieder des Waldbad-Vereins waren zur Sitzung des VG-Rates erschienen und quittierten die Entscheidung über den Zuschuss mit Beifall.

"Wir werden unser Waldbad in diesem Jahr öffnen", sagte Dähres Bürgermeister Harald Heuer erleichtert der Volksstimme. Am Mittwoch habe es eine Begehung mit Mitarbeitern der VG, dem Gemeindearbeiter und Ratsleuten gegeben, um zu sehen, ob alles in Ordnung sei, wenn das Bad von der Gemeinde zurückgenommen werde. "Die Reparatur von defekten Fliesen ist gering. Ich rechne da mit Kosten von 2000 bis 3000 Euro", sagte Heuer. Wohl etwas teurer werde die Wartung der Dosierpumpen, die erforderlich sei.

Der Dährer Ortschef sieht kein Problem, das Waldbad in Gang zu bringen. Er erhofft sich dabei die Hilfe der Waldbadfreunde und der Einwohner aus der Gemeinde. Denn es seien Arbeitseinsätze notwendig. Eine Öffnung ab dem 1. Juni sei wohl nicht zu schaffen, kündigte er auf Volksstimme-Nachfrage an. Der Dährer Rat wird am Montag über das Thema Waldbad diskutieren. Getagt wird ab 19.30 Uhr im Boneser Dorfgemeinschaftshaus, wo die Rücknahme des Waldbades beschlossen werden soll.