Zu einer gedanklichen Reise in das Nachbarland Frankreich haben sechs Dreileber Frauen am Freitagabend im Pfarrhaus eingeladen. Die Kirchengemeinde hat sich damit in den diesjährigen Weltgebetstag eingebunden.

Dreileben l "Wir sind schon zum achten Mal beim Weltgebetstag dabei", rechnete Christel Troch vom Gemeindekirchenrat in Dreileben kurz zurück. Nachdem in den Vorjahren der Blick beispielsweise nach Malaysia, Chile, Kamerun und Papua-Neuguinea gerichtet war, haben in diesem Jahr Frauen aus Frankreich die Gottesdienstordnung entworfen. Ihr Thema lautete: "Ich war fremd - ihr habt mich aufgenommen".

Um sich mit dem Thema vertraut zu machen und mehr über Frankreich zu erfahren, haben die Dreileber Frauen auch diesmal an dem Welt- gebetstag-Workshop in Niederndodeleben teilgenommen. Unterschiedliche Elemente zur Gottesdienstgestaltung wurden hier vorgestellt.

Man stelle sich vor, Deutschland wäre plötzlich ein Krisengebiet

Die Dreileber Frauen - Christel Troch, Dorothea Weber, Bettina Wirauski, Andrea Lohse, Thora Masur sowie Denise Schlak - entschieden sich zum Beispiel für eine Berichterstattung von Radio Afrika. Unter dem Titel "Stell dir vor, du brauchst Asyl" wurde nicht nur die Zeit um zehn Jahre vorgedreht, sondern auch gezeigt, wie es sein könnte, wenn Deutschland plötzlich zum Krisengebiet werden würde.

Derartige Gedanken waren allerdings sehr weit weg, als Christel Troch Bilder von den schönen Landschaften und den Menschen in Frankreich zeigte und über das Land berichtete. Bei Bildern von der Seine und Notre Dame in Paris, Colmar im Elsass oder auch Korsika kamen bei einigen Urlaubs- erinnerungen auf. Und auch als unter der Überschrift "Mein Frankreich" Begriffe gesucht wurden, dominierten positive Eindrücke. Begriffe wie Eiffelturm, Baguette und Chanson schrieb Dorothea Weber an die Tafel.

Was dabei oft in den Hintergrund rückt, ist die Tat- sache, dass Frankreich ein Einwandererland ist und so auch das Zusammenleben in allen gesellschaftlichen Bereichen gestaltet werden muss. Zwei Beispiele, die das belegen: Elf Prozent der französischen Bevölkerung hat einen Migrationshintergrund, europaweit gibt es hier die meisten bi- kulturellen Ehen.

Passend dazu sollte die Bänder-Aktion im Dreileber Pfarrhaus Verbundenheit symbo- lisieren. Jeder hatte ein Band, das mit anderen verbunden wurde. Das entstandene Netz sollte ein Zeichen der Gemeinschaft sein, die alle willkommen heißt.

Die Gemeinschaft steht auch beim Essen im Vordergrund

Die Gemeinschaft stand auch bei den Gebeten, Gesängen und beim anschließenden Essen im Vordergrund. Die sechs Frauen haben sich während der Gottesdienst-Vorbereitung auch mit der französischen Küche vertraut gemacht. Aus Potage-Crecy-Suppe, Lothringer Schinken-Käsekuchen, Lavendelkuchen, Couscous, Käsebaguette und Mandelmarkronen hatten sie ein Menü gezaubert. So blieben die Dreileber auch nach dem Gottesdienst gern noch zusammen und tauschten ihre Gedanken zu Frankreich und anderen Themen aus.

Deutschland ist nur ein Land, in denen der Welt- gebetstag Anfang März gefeiert wird. Frauen in über 170 Ländern der ganzen Welt haben sich inzwischen der Bewegung angeschlossen. Die Ursprünge gehen bis in das 19. Jahrhundert zurück. Jedes Jahr finden sich Frauen aus einem anderen Land, die die Gottesdienstordnung mit Liedern und Lesungen aufstellen. Alljährlich wird auch ein Künstler gefunden, der anlässlich des Weltgebets- tages ein Titelbild gestaltet, das dann um die Welt geht. Im nächsten Jahr wird der Blick - sicher auch von Dreileben aus - auf Ägypten gerichtet.