Halberstadt (im) l Von den Rückzugsplänen des Landkreises Nordhausen als Gesellschafter der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) sind offenbar weder Geschäftsführung noch Aufsichtsrat vorab informiert gewesen. Deren Vorsitzender Michael Ermrich erklärte am Mittwochabend vor dem Kreistag: "Wir sind völlig von der Entwicklung überrascht worden." Und: "Das hat uns sehr getroffen." Er habe, so der Landrat (CDU), den Mitgliedern des Nordhäuser Kreistages einen Brief geschrieben und darin gebeten, miteinander ins Gespräch zu gelangen. Ermrich: "Wir zahlen mit 42 Prozent den größten Brocken." In Nordhausen seien große Investitionen umgesetzt worden. So könne die HSB jetzt auf dem Netz der Straßenbahn fahren, etliche neue Haltepunkte seien errichtet worden und anderes mehr. Laut Landrat gibt es in der nächsten Woche einen Gesprächstermin mit der Verwaltungsspitze der thüringischen Kreisstadt, um in Erfahrung zu bringen, "wo die Nordhäuser jetzt Probleme mit der HSB haben". Henning Rühe (Bürgerfraktion) fragte nach, wie der Landkreis zum Erhalt der Selketalbahn stehe. Michael Ermrich: "Wir gehen davon aus, dass das gesamte Streckennetz erhalten wird." Dies funktioniere aber nur, "wenn die Finanzierung komplett gesichert bleibt". Nach den Worten des Aufsichtsratschefs habe das Unternehmen 18 Loks unter Dampf - die meisten einer Gesellschaft in Deutschland. Diese müssten alle sechs bis acht Jahre überholt werden.