Der Ampfurther Marc Lenhard hat den Kopf voll. Der Abiturient und künftige Student geht gerade in Köln auf Wohnungssuche. Zugleich stecken in seinem Kopf viele schöne Erinnerungen an einen internationalen Jugendaustausch.

Ampfurth l Im vergangenen Jahr wollten es die Lions Oschersleben - Die Börde wissen. Die Frauen um die damalige Präsidentin Ilona Ketzlar hatten gehört, dass die Lions für engagierte Jugendliche internationale Projekte begleiten und beispielsweise die Fahrt in ein Jugendcamp ermöglichen. Ein Ausschreibung wurde erstmals gestartet. Diese hatte auch der Ampfurther Marc Lenhard gelesen und sich gedacht, dass er es doch mit einer Bewerbung ruhig versuchen könnte. Der 18-Jährige konnte mit seinem Motivationsschreiben die Lions überzeugen, denn der Ampfurther hat gute Sprachkenntnisse, engagiert sich in der Feuerwehr, war am Wanzleber Börde-Gymnasium Mitglied in der Akrobatikgruppe, wirkt schon etliche Jahre im Karnevalsverein seines Heimatortes mit. "Mich reizt das Abenteuer, in andere Länder zu reisen", erzählt der 18-Jährige. Marc Lenhard und der Klein Wanzleber Martin Steinsberger erhielten schließlich den Zuschlag für einen Aufenthalt in einem internationalen Jugendcamp der Lions. Martin reiste nach Finnland und Marc nach Vichy in Frankreich. Marc ist ehrlich: Er wäre lieber in ein Camp gereist, in dem Englisch gesprochen wurde. "Die ersten Tage in Vichy waren schon schwer, auch wenn ich Französisch bis zum Abitur hatte", erinnert sich der künftige Sport-Managementstudent.

Die Lions sicherten die Finanzierung, alles andere lag in den Händen der Teilnehmer. Sprich, es mussten Flüge und Zugverbindungen in Frankreich organisiert und auch ein Kostenplan musste selbständig aufgestellt werden.

Doch alles klappte und so verlebte der junge Mann als Botschafter der Lions Oschersleben vom 8. bis 21. Juli spannende und interessante Tage in Vichy. Und das Camp dort war ganz nach Maß von Marc, denn es befand sich im Sportzentrum des Ortes. Dort haben schon bekannte Fußballmannschaften, Tennisspieler und der amerikanische Schwimmerstar Michael Phelps trainiert. Der sportliche Alltag im Camp kam dem Ampfurther sehr entgegen. Im Camp stellte er auch seine Heimat, den heimischen Lions Club vor. Schließlich starteten die Teilnehmer aus verschiedenen Lions-Clubs ganz Europas zu einem Campingausflug. "Zunächst mussten wir neun Kilometer zu einem See wandern. Dort haben wir schließlich auch unsere Zelte aufgebaut", berichtet Marc, der der einzige deutsche Teilnehmer in der Runde war. Eine besondere Herausforderung für alle Jugendlichen war ein Orientierungsmarsch. In Zeiten von Smartphones mit Navigationsfunktion eigentlich kein Problem. Doch die Handys blieben aus, mit Karte und Kompass musste das Ziel gefunden werden. "Angegeben war nicht der Zielort, sondern nur eine Gradzahl. Also, das war gar nicht so einfach und wir sind etliche Kilometer zu viel gelaufen, da wir uns in der Richtung geirrt hatten", erinnert sich Marc.

Zu den vielen schönen Eindrücken seines Jugendcamp-Aufenthaltes gehören auch die zahlreichen Treffen in den verschiedenen Lions-Clubs, der Empfang im Rathaus von Vichy, der Besuch anderer französischer Städte und natürlich die französische Esskultur und Küche. "Es gab Abende, da dauerte so ein Essen schon mal von 19.30 bis 23 Uhr", berichtet der Ampfurther.

Ausführlich hat Marc vor den Lions-Frauen über seine Erlebnisse berichtet und die Zuhörer, wie Ilona Ketzlar als Pas-Präsidentin berichtet, begeistert. Im kommenden wollen die Lions Oschersleben -Die Börde- wieder jungen Menschen den Aufenthalt in einem Jugendcamp ermöglichen.