Werben l "Euphoryon" - wer assoziiert mit diesem Kunstwort nicht die griechische Mythologie oder aber auch das Wort Euphorie? Hinter diesem Begriff verbirgt sich aber ein Duo von Musikern, die an der Musikhochschule Dresden klassische Musik studiert haben und Preisträger vieler nationaler und internationaler Wettbewerbe sind.

Matthias Hübner (Cello und E-Cello) sowie Malte Vief (Gitarren) verbinden als freischaffende Musiker klassische Musik mit Elementen des Rock, wobei sie dabei durchweg auf Eigenkompositionen setzen. Dieses Duo gastierte am Sonntagabend zu einem Konzert in der St. Johanniskirche zu Werben. Pfarrer Jan Foit begrüßte die Besucher und die Musiker in seiner großen Kirche, die von diesem Gotteshaus, seiner Architektur und dem einmaligem langen Nachhall begeistert waren. "Bevor wir mit dem üblichen Soundcheck am Nachmittag hier begannen, gab es für uns erst einmal eine Unmenge zu fotografieren", so der Cellist Matthias Hübner.

Der Pfarrer erschien an diesem Abend mit einem Chapeau Claque, den er als Spendenbehälter nach dem Konzert bei der Verabschiedung der Besucher einsetzte. Der Beginn verzögerte sich um einige Minuten gegenüber dem geplanten Zeitpunkt, weil man noch auf weitere Besucher wartete. Aber es blieb bei den rund 40 Interessenten, die ihren Entschluss zum Besuch dieser Veranstaltung keinesfalls bereuten.

"Es geht uns um den Weg der Einfachheit"

Der eingesetzte Scheinwerfer rückte die beiden Musiker in den Fokus und erzielte so eine ungeteilte Konzentration auf die Musik, verbunden mit charmanter Konversation zu den Stücken. Beide spielten als Duo, aber auch bei den Solis ohne Zuhilfenahme von Noten nach einer Grundstruktur, die genügend Raum für spontane Improvisationen ließ. "Es geht uns um den Weg der Einfachheit. Cello und Gitarre haben das Image, eher brav und schüchtern zu sein", so der Cellist. So wurden den Gästen die beiden Solis "Praeludium" für Gitarre und "Froschtanz" (E-Cello), bei dem man förmlich das Gequake der Werbener Frösche durch die geöffnete Eingangstür zu hören schien, zu Gehör gebracht. Aber auch mit den Kompositionen "Bambule", "Die Ballade vom friedlichen Ritter" oder eine Homage an Johnny Cash wurde dem Publikum eine große Freude gemacht.

"Es war großartig. So etwas habe ich noch nie erlebt, einmalig ist dieses Konzert", so der Pfarrer, der durch seine Worte und den Beifall der Zuhörer noch eine Zugabe von "Euphoryon" mit dem Stück "Bibap" erzielte.

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