Dieter Smyrek ruft seine Imkerkollegen zur Varroa-Überwachung auf. Diese Milben und die von ihnen übertragene Krankheit können großen Schaden unter den Bienenvölkern anrichten. Die Menge der Völker hat sich innerhalb von 20 Jahren schon halbiert.

Seehausen l Die Anzahl der organisierten Imker hat sich in Sachsen -Anhalt von 1991 an bis zum Jahr 2012 fast halbiert. Die Menge der Völker fiel im gleichen Zeitraum von fast 37000 auf rund 10000. Daraus resultierte neben den fehlenden Bestäubungsraten auch eine geringere Honigproduktion, die 2012 bei 393 Tonnen in unserem Land lag.

Bedenkt man, dass jeder Deutsche pro Jahr rund ein Kilogramm Honig verzehrt, so müssen große Mengen aus aller Welt importiert werden. Das Durchschnittsalter der Imker in Deutschland, die zu 95 Prozent als Freizeitimker arbeiten, liegt bei über 60 Jahren. Große Probleme sehen sie in der Überdüngung in der Landwirtschaft, in einem abnehmenden Blühangebot und in der Anwendung von Pestiziden.

Smyrek geht Problemen der Imker auf den Grund

Welche Probleme haben die Imker in unserer Region, und was erfreut sie auch? Zu dieser Problematik äußerte sich der stellvertretende Vorsitzende des Imkervereins Seehausen, Dieter Smyrek, der seinen Bienenwagen an der Peripherie von Wendemark auf seinem großen Grundstück zu stehen hat. Über seinen Verein konnte er viel Erfreuliches berichten. 2008 gab es in dem Seehäuser Verein 14 Mitglieder. Heute sind es 44. Diese große Zunahme, auch von jungen Imkern und Fortgeschrittenen, führt er auf die stetig durchgeführten Schulungen zurück.

In seinem Bienenwagen zeigte er seine sieben Wirtschaftsvölker und die drei Ableger. Nicht alle Imker sind mit ihren Völkern so gut über den Winter gekommen. Solidarität in Form der Abgabe von Völkern ist da gefragt und auch angesagt. Probleme bereiten die modernen Bienenkrankheiten wie die Varroa und die Amerikanische Faulbrut. Als staatlich geprüfter Bienensachverständiger hat Dieter Smyrek zum Problem Bienenkrankheiten schon viele Vorträge gehalten und gibt seinen Imkerkollegen natürlich ständig gute Ratschläge, wie eine wirkungsvolle Bekämpfung auszusehen hat. Der Rapshonig ist abgeschleudert, und die Robinien sind verblüht.

Im Juli galt es für die Imker, ihre Völker auf die Lindenblüte vorzubereiten. Wenn ungefähr Ende Juli das Nektarangebot fehlt, kommt es besonders darauf an, die Völker richtig zu führen. Dazu gehört unbedingt die Varroaüberwachung. Zu seiner Behandlungsmethode führt Dieter Smyrek folgendes aus: Das erste Mal wird mit einer 60-prozentigen Ameisensäure über einen Liebich-Verdunster behandelt. Dies wirkt in die Brut hinein. Beim zweiten Bekämpfungsschritt, der nach der Einfütterung stattfindet, kommt ein in Bernburg entwickeltes biologisches Varroabekämpfungsmittel zum Einsatz. Mitte bis Ende September erfolgt der gleiche Schritt mit demselben Mittel (Api-laif-Var ) noch einmal. Der Imker appelliert an seine Vereinsbrüder-und Schwestern, diese Maßnahmen unbedingt durchzuführen.

Bilder