Einen praktischen Einblick in die Entstehung eines Bilderbuches erlebten Schüler der dritten und vierten Klassen der Grundschule Seehausen. Das erklärte und zeigte ihnen die Autorin Irene Leps.

Seehausen l Die Stadtbibliothek Seehausen lädt jedes Jahr Buchautoren zu Lesungen für Schüler in die Wischestadt ein. Dank der Förderung durch den Friedrich-Bödecker-Kreis Sachsen-Anhalt gastierte Irene Leps in den Räumen der Bibliothek.

Die Zerbsterin hat 1998 ihr erstes Kinderbuch veröffentlicht. "So wie das erste Buch, waren auch die nachfolgenden Veröffentlichungen allesamt Bilderbücher. Ich bin also eine Bilderbuchautorin", sagt die 51-Jährige gegenüber der Volksstimme. Den Seehäuser Schülern erzählte sie sozusagen eine Geschichte aus dem Koffer. Die Kinder hatten das Privileg, ein Bilderbuch kennenzulernen, das noch nicht veröffentlicht ist.Es wird den Titel "Das Geschenk der Katze" tragen.

"Es beruht auf einer wahren Begebenheit, die mir einmal ein Schäfer erzählt hat", berichtete die Autorin. "Der Schäfer lebt recht einsam, meist draußen bei seinen Tieren. Eines Tages findet er in seiner Tasche eine kleine Katze, die ihm jemand aus Schabernack dort hineingesteckt hatte. Der Schäfer entschließt sich, die Katze zu behalten. Eines Tages lernt er jedoch eine Frau kennen. Die frisch Verliebten wollen bald heiraten. Aber die Frau ist eifersüchtig auf die oft mit dem Schäfer schmusende Katze. Sie stellt ihn vor die Entscheidung - entweder sie oder die Katze."

In dieser Situation macht die Katze dem Schäfer ein Geschenk. Sie fängt eine Ratte und legt sie vor die Tür. Darüber ist der Mann so berüht, dass er schließlich die Frau vor die Entscheidung stellt. ,Entweder mich mit Katze oder nicht\'. Es gibt ein Happy End. Der Schäfer und die Frau heiraten. Und noch einmal fängt die Katze gleich mehrere Ratten, um sie dem frisch vermählten Paar zu "schenken".

Diese Geschichte erzählte die Autorin den Schülern, zeigte ihnen die bereits fertig gemalten Bilder, wie diese einmal in dem Kinderbuch erscheinen werden. Die handelden Figuren hatte sie in einem alten Koffer, den sie aufklappte und als eine Art Bühne auf den Tisch stellte. So wurde die Geschichte als eine Art Puppentheater gespielt. Aber auch ein Teil der Bilder, die einmal in dem Buch erscheinen sollen, hatte sie mitgebracht, zeigte sie den Kindern und erzählte ihnen neben der Geschichte auch Stück für Stück, wie ein Bilderbuch entsteht.