Der Holzapfel ist der Baum des Jahres. Im Wald zwischen Diesdorf und Dähre steht jetzt ein frisches Exemplar. Reinhard und Eva-Maria Heller pflanzten den Baum nach einer Wanderung durch den Wald.

Diesdorf/Dähre l Der Frühling ist da. Überall an den Wegesrändern blühen seine Boten. Spaziergänger können ihren Anblick genießen. Besonders schön ist es im Wald. - Dies konnten die rund 60 Teilnehmer der Wanderung zwischen Diesdorf und Dähre feststellen. Schlüsselblumen, Maiglöckchen und sogar blühendes Lungenkraut bringen Pracht und Farbe auf den Waldboden.

Försterin Barbara Fischer führte die Gäste. Ihr Ziel: die "Baum des Jahres"-Allee. Dort sollte ein Holzapfel-Baum gepflanzt werden. Doch erst mal ging es drei Kilometer durch den Wald. Entlang der Wege ist das Wasser in den Gräben glasklar. "Das kommt von der Kälte der vergangenen Wochen", sagte Barbara Fischer. "Und da sind jede Menge Molche drin", fügte sie hinzu. Aber sie kommen vor allem nachts raus.

Welch Leben nachts im Wald ist, sahen die Gäste ein Stück weiter. Aufgewühlte Laubhaufen unter Eichen zeugen von der Arbeit von Wildschweinen. Doch die Eichen sind auch die Sorgenkinder in dem Wald. Revierförster Rüdiger Gruß erzählte den Teilnehmer von den Problemen. Es sei schwer, die Eichen groß zu bekommen. Gründe sind Mehltau, Frost oder auch Nachbarbäume. Denn Eichen brauchen viel Licht. Andere Bäume können ihnen aber das Licht rauben.

Und da ist noch die "Eichenfraßgesellschaft", so Rüdiger Gruß. Der bekannteste Schädling ist wohl der Eichenprozessionsspinner. "Jahrelang werden Eichen kahl gefressen. Nach fünf, sechs, sieben Jahren wird so auch die dichteste und größte Eiche sterben", sagte der Förster. Die Sprühaktion aus dem Vorjahr habe allerdings gut gewirkt. Sofort seien die Wildschweine wiedergekommen, weil die Bäume wieder Eicheln trugen.

Weitere Schädlinge sind der Kleine und Große Frostspanner. In dem Waldstück gibt es Bäume, an denen der Befall gemessen wird. Auf Leimringen am Stamm bleiben die Tierchen kleben. "Dann beginnt eine unangenehme und intensive Arbeit", wie Barbara Fischer beschrieb. Mit Stöckchen oder Pinzette werden die Tierchen einzeln abgemacht. Die Mitarbeiter quetschen die Tiere anschließend aus. Anhand der Farbe der Eier können die Mitarbeiter die Art bestimmen.

Ein paar hundert Meter weiter hatte Barbara Fischers Mann Roland etwas vorbereitet. In einem Terrarium zeigte er drei Bergmolche. Die besondere Aufmerksamkeit zog aber ein anderes Tier auf sich: ein Feuersalamander. Roland Fischer hatte die Tiere ausschließlich zum Anschauen gefangen, versteht sich. "Danach lasse ich sie wieder frei", sagte er.

Nach gut zwei Stunden kamen die Teilnehmer an der "Baum des Jahres"-Allee an. Eva-Maria Heller und ihr Mann Reinhard pflanzten dort einen Holz-Apfel. Die beiden sind Obstkundler. Sie bewahren alte Obstsorten vor dem Aussterben. Reinhard Heller hat zudem ein Buch über Obstbäume geschrieben. Über den Holz-Apfel konnte er den Teilnehmern daher einiges erzählen (siehe Infokasten). Und allein ist der neue Baum im Revier Salzwedel des Landesforstbetriebes nicht. In direkter Nachbarschaft steht eine Gruppe von zehn Jahre alten Artgenossen. Die "Baum des Jahres"-Aktion dort wird vom Betreuungsforstamt Westliche Altmark organisiert.

 

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