Salzwedel l Sachsen-anhaltweit ist in diesem Jahr soviel Wald abgebrannt wie in den Jahren 2013 und 2014 zusammen. Auch in der westlichen Altmark hat es bereits viele Waldbrände gegeben - mehr als in den Vorjahren. "Wir haben in diesem Jahr einen höheren Gefährdungsgrad", sagte der Leiter des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark, Helmuth Jachalke. Anhaltende Trockenheit und große Hitze führten dazu, dass die höchsten Waldbrandgefahrenstufen ausgerufen werden mussten (siehe Infokasten).

Die Hauptgefahr beginnt mit der Getreidernte. Steine, die in Mähdreschern oder Strohpressen gelangen, können Funken schlagen. Zudem gibt es viele weitere Gründe, warum Erntemaschinen in Brand geraten. Brennt ein Getreide- oder Stoppelschlag, kann das Feuer bei ungünstigem Wind schnell auf angrenzende Wälder übergreifen. Forstamtsleiter und Mario Müller, Sachbearbeiter Brandschutz beim Altmarkkreis und Chef der Salzwedeler Feuerwehr, bitten alle Landwirte deshalb darum, zunächst zwei bis drei Schnittbreiten Getreide am Waldsaum zu mähen und dann die Fläche sofort mit einer Scheidenegge zu bearbeiten. Dieser kahle Streifen schützt den Wald bei Flächenbränden. Nach Möglichkeit sollte auch immer ein Wasserwagen bereit stehen.

"95 Prozent aller Wald- und Flächenbrände werden von Menschen verursacht", sagt der Forstamtsleiter. Die berühmte gebogene Glasscherbe, die mit einem Brennglaseffekt ein Feuer entfacht, sei die absolute Ausnahme. "Vielleicht 1 zu 1000", betont der Forstfachmann. Viel schlimmer sei die achtlos aus dem Autofenster geworfene Zigarettenkippe. "So etwas sorgt auch dafür, dass die Feuerwehren immer wieder zu Ödlandbränden an Straßen gerufen werden", erklärt der Feuerwehrchef. Es ist zudem verboten, in freier Natur offene Feuer zu entfachen. "Dazu gehört auch das Grillen am Baggersee oder ähnlich idyllischen Orten" fügt Jachalke hinzu.

Wer Rauch oder einen Waldbrand bemerkt, sollte sofort die 112 anrufen, dann landet er in der Leitstelle Stendal. Mit FireWatch, einem kameragestützten System zur automatisierten Waldbrand-Früherkennung, werden von vier Türmen aus der Altmarkkreis und weitere Flächen überwacht. Jachalke: "Ab Gefahrenstufe 2 sitzen die Mitarbeiter ständig vor den Bildschirmen. Sie entdecken jede Rauchentwicklung, auch von zurzeit verbotenen Gartenfeuern."