Die Europäische Lärche ist der 24. Baum, der in der Allee der Bäume des Jahres im Wohld bei Diesdorf gepflanzt wurde. Paten sind das Pfarrerspaar Renate und Gotthold Hofmüller.

Diesdorf l Am Sonntag wurde im Wohld bei Diesdorf der Baum des Jahres gepflanzt. In diesem Jahr ist es die Europäische Lärche. Seit 1989 wird jedes Jahr im Oktober der Baum des Jahres von einem Kuratorium für das kommende Jahr bestimmt. Inzwischen ist es der 24. Baum, der die bestehende Allee der Bäume des Jahres am Eickhorster Weg erweitert.

"Ich freue mich, dass wieder so viele Besucher unserer Einladung zu dieser Veranstaltung gefolgt sind", begrüßte Ilona Henke, stellvertretende Forstamtsleiterin des Betreuungsforstamtes Westliche Altmark, die Anwesenden. Sie erinnerte an den Journalisten Julius Sterling Morton, der um 1850 in das baumarme Nebraska auswanderte und dort auf seiner kleinen Farm Bäume und Büsche gegen die Erosion pflanzte. Mit seinen Erkenntnissen und dem Vorschlag, einen jährlichen Tag des Baumes zu begehen, legte er 1872 den Grundstein für diese Aktion.

Nach der Einleitung übernahm Revierleiterin Barbara Fischer die Führung durch den frühlingshaft erwachenden Wohld. In allen Farben leuchten zurzeit die Frühblüher: Blaue Veilchen, weißer Sauerklee, gelbe Schlüsselblumen, rot-blaues Lungenkraut, teppichweise Buschwindröschen und wohlriechender Waldmeister erfreuten die Naturliebhaber. Auf der Wanderung zu der ältesten Europäischen Lärche wurden die Zuhörer in die Geheimnisse der preußischen Forstwirtschaft eingeweiht und erfuhren viel über das Netz von Wegen und Gestellen, über Jagen und Jagensteine und dass ein Jagen heute schlicht Abteilung heißt. Revierleiter Rüdiger Glaß informierte über den Wegebau und den damit verbundenen Wasserhaushalt des Wohldes. Über Sperren wird das hochanstehende Grundwasser im Frühling gehalten, denn es ist für viele Tiere Voraussetzung zum Laichen. Im Winter kann das Nass über die zahlreichen Gräben schnell ausgeleitet werden.

"Es liegt im Geschick des Försters, einen Lärchenbestand gut zu erziehen", sagte Roland Fischer und zeigte einen 58-jährigen Bestand, der eine beachtliche Höhe von 32 Metern aufweisen konnte. Diese Bestände werden mit 40 Jahren mit Buche unterbaut, um den Boden zu verbessern. Nach so viel Information ging es zur Allee der Bäume des Jahres.

Dort lüftete Barbara Fischer das Geheimnis und bat Renate und Gotthold Hofmüller, die Europäische Lärche in die Erde zu bringen. Vorab bedankte sie sich bei Ulrich Otte, Thomas Kalfier, Norbert Heuer und Hartmut Unger für die Hilfe bei der Herrichtung, Pflege und Instandhaltung der Allee. Als Höhepunkt der Aktion pflanzte das Pfarrerehepaar vor den Augen der Naturfreunde den Baum des Jahres, eine kleine Europäische Lärche. "Es ist eine Ehre für uns, das wir dass heute machen dürfen und auch fast ein Jubiläum. Denn am 17. April 1980 sind wir nach Diesdorf gezogen, und nun werden wir bald weiterziehen. Aber wir nehmen diesen Baum als Anlass, immer wieder einmal nach Diesdorf zu kommen", erklärt Renate Hofmüller sichtlich bewegt. Sie freue sich besonders, dass es eine Lärche in diesem Jahr sei, denn das zarte, lichte Grün im Frühjahr, die roten Punkte der Blüten, so viel Schönheit im Verborgenen hat doch nur eine Lärche zu bieten.

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