Schönebeck l Nach dem Stadtrat von Schönebeck haben sich auch die politischen Vertreter von Barby dazu entschlossen, sich für einen Abfanggraben entlang der B 246a auszusprechen: Sie sind dafür, dass die Planungen soweit vorangetrieben werden, dass es zu konkreten Bauplanungen kommen kann. Das teilte Barbys Bauamtsleiter Holger Goldschmidt während der Einwohnerversammlung zum Thema Grundwasser/Vernässung in Schönebeck mit. Deutlich wurde an diesem Abend auch, dass sich der Stadtrat von Calbe für den Abfanggraben aussprechen wird, eine Entscheidung soll in der kommenden Woche gefällt werden. Dagegen gibt es aus der Gemeinde Bördeland ein klares Nein zu den Plänen. Die Gemeindevertreter haben eigene Maßnahmen gegen Vernässung angeschoben. Sie erkennen im geplanten Abfanggraben keinen direkten Nutzen für sich.

Das sieht man in Schönebeck nicht so. Oberbürgermeister Hans-Jürgen Haase wiederholte seinen dringenden Wunsch, dass sich alle Kommunen der gemeinsamen Willenserklärung zum Graben anschließen. Das Papier ist von allen Rathäusern gemeinschaftlich erarbeitet worden. "Wir müssen in Fragen des Hochwassers und der Vernässung zusammenstehen und in eine Richtung denken", so der Stadtchef beim Bürgerforum.

Der Abfanggraben soll, so haben es Experten übereinstimmend deutlich gemacht, das Oberflächenwasser auffangen und um die Stadt Schönebeck herum über die Röthe in Richtung Elbe leiten. Er ist nicht darauf ausgerichtet, Grundwasser aufzunehmen. Vielmehr entlaste der Graben, so die Experten, Sol- und Randelgraben und halte so deren Kapazitäten für Zuführungen aus dem Stadtinneren frei. Denn der Abfanggraben soll in seiner größeren Variante vor den Toren Schönebecks Wasser aus Randel- und Solgraben aufnehmen. Für Bördeland, Calbe und Barby würde das bedeuten, dass sie mehr Wasser Richtung Schönebeck leiten könnten, ohne dass es die angespannte Grundwassersituation in der Elbestadt zusätzlich verschärft.

Neben genannter größerer Variante gibt es eine kleine Abfanggrabenversion, die lediglich Randelwasser aufnimmt. Dafür müssten rund zwei Millionen Euro investiert werden. Die Kosten für die große 6,2 Kilometer lange Variante belaufen sich auf rund 2,8 Millionen Euro. Dieses Modell empfehlen die Experten.

Zusätzlich soll eine 3200 Meter lange Tiefendrainage gesetzt werden. Bei zwei Metern Tiefe kostet die rund 634 000 Euro, bei favorisierten acht Metern Tiefe rund 1,4 Millionen Euro. Die Drainage sammelt Grundwasser. Das soll hochgepumpt und über den Abfanggraben abgeführt werden. In einer Radiusreichweite von 1600 Metern wird so laut Plan der Grundwasserpegel um 80 Zentimeter abgesenkt.

Das Land stellt für die Maßnahmen hohe Förderungen in Aussicht, wenn man sich in den Kommunen einigt und zukünftig die Finanzierung der Betriebskosten absichert.