Der regionale Energieversorger Erdgas Mittelsachsen GmbH (EMS) vernetzt sein ost- und westelbisches Gasnetz. Jetzt wird eine Übergabestation an der Calbenser Chaussee gebaut.

Barby l Nach dem aufwändigen Bau eines Elb-Dükers im vergangenen Herbst wird jetzt die neue Gasleitung in eine bestehende Trasse zwischen Calbe und Barby eingebunden. Das geschieht unweit der Holländer-Windmühle. Dort wird die neue 200-Kunststoffleitung (PE) mit dem "alten" Stahlrohr verbunden, das seit Ende der 1960er Jahre Gas von Calbe nach Barby leitet.

Dafür wird eine sogenannte Armaturengruppe gebraucht, die ein Mobilkran am Donnerstag in die Baugrube setzte. Laut Mark Kowolik, Leiter des EMS-Netzservice, musste die Baustelle acht Wochen ruhen, da extrem hohes Drängwasser den Fortgang der Arbeiten behinderte. Auch jetzt wurde das Grundwasser in der etwa zwei Meter tiefen Baugrube mit Pumpen abgesenkt und eine Sauberkeits-Kiesschicht aufgetragen. Anderenfalls hätte man dort noch immer nicht tätig werden können.

Während der Arbeiten wurde Barby weiterhin mit Gas versorgt. Mittels Bypass umging man das heraus getrennte Rohrstück, der nach Fertigstellung wieder entfernt wurde.

Größtes Projekt

Die Verbindung zum ostelbischen Gasnetz ist das seit 1996 größte Leitungsbau-Projekt als Einzelmaßnahme in der Geschichte der EMS. Dazu zählt auch die 600 Meter lange Barbyer Elbunterquerung der rund neun Kilometer langen, neu zu bauenden Verbindungsleitung zwischen dem Ost- und dem West-Erdgas-Netz des regionalen Energieversorgers aus Schönebeck. Hinzu kommen weitere 8,5 Kilometer Hochdruckleitung für den Anschluss der Biogasanlage Zerbst.

Notwendig wurde die Verbindung der beiden insgesamt rund 1600 Kilometer langen Netze vor allem durch das zunehmende Aufkommen an Biogasanlagen, die in das EMS-Netz einspeisen werden. In Betrieb ist seit 2009 die Biogasanlage in Güterglück, die derzeit 700 Norm-Kubikmeter (Nm3h) Bio-Erdgas pro Stunde einspeist.

Mit dem Ausbau stellt sich der Netzbetreiber den Herausforderungen der Energiewende. Die zu erwartenden Jahresmengen der Biogasanlagen reichen künftig aus, um zwischen 12000 und 17000 Einfamilienhäuser mit "grünem" Erdgas zu versorgen.

Mit der Fertigstellung des Gesamtprojektes ist Mitte Oktober zu rechnen.

 

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