Die Stadt Hecklingen will ihren Grundschulstandort in Schneidlingen mit Beginn des kommenden Schuljahres 2011/2012 aufgeben. Das geht aus einer Beschlussvorlage hervor. Darin wird dem Rat die Zusammenlegung der Schneidlinger Schule mit der Grundschule Groß Börnecke in Groß Börnecke vorgeschlagen. Die Entscheidung fällt der Stadtrat auf seiner nächsten Sitzung am kommenden Dienstag, dem 16. November, um 19 Uhr im Cochstedter Rathaus.

Schneidlingen. Vor knapp einem Jahr hatte der Hecklinger Stadtrat schon einmal zu entscheiden, ob die Kinder aus Cochstedt und Schneidlingen in Groß Börnecke unterrichtet werden. Damals war der Vorschlag zur Bildung eines Grundschulzentrums in Groß Börnecke und die Zusammenlegung beider Standorte mit einer Pattsituation vom Rat nicht angenommen worden. Der Abstimmung war eine groß angelegte Protestaktion vorausgegangen. Eltern aus Schneidlingen und Kinder waren für den Erhalt der Schneidlinger Schule mit Transparenten und Trillerpfeifen vor das Rathaus gezogen. Auch weil der Standort von den Schülerzahlen nicht gefährdet ist.

In der Grundschule in Schneidlingen werden derzeit 76 Kinder beschult, davon 30 aus Schneidlingen, 41 aus Cochstedt, drei aus Groß Börnecke und zwei aus Egeln. In der Schule im benachbarten Groß Börnecke sind derzeit 56 Kinder angemeldet.

Trotz der getrennten Zahlen sind beide Schulen im Moment aber zusammengelegt und zwar in Groß Börnecke.

Denn das Gebäude der Grundschule in Schneidlingen musste Anfang des Jahres wegen witterungsbedingt festgestellter Schäden am Dach geschlossen werden. Ein von der Stadt in Auftrag gegebenes Gutachten hatte ergeben, dass die Sanierung über 100 000 Euro kosten würde. Eltern hatte eine Spendenaktion ins Leben gerufen und Kontakte zur Landesregierung aufgebaut. Vom Ministerium für Landesentwicklung und Verkehr war mitgeteilt worden, dass dem Minister der Erhalt der Schule sehr am Herzen liegt. "Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Ich bin zuversichtlich", lobte der Pressesprecher im Volksstimme-Gespräch Anfang September die Bemühungen der Eltern.

In der Beschlussvorlage zur anstehenden Abstimmung nächste Woche werden keine Finanzierungsalternativen aufgezeigt. Vielmehr stellt die Stadt den Stadtrat vor die Wahl, entweder der "Schließung der Grundschule Schneidlingen" und der "Bildung eines Grundschulzentrums aus den bisherigen Grundschulen Schneidlingen (Cochstedt, Schneidlingen) und Groß Börnecke am bisherigen Standort Groß Börnecke" oder der "Schließung der Grundschule Groß Börnecke" zuzustimmen.

Welcher Weg von der Stadt favorisiert wird, geht aus den Unterlagen hervor: "Durch die Zusammenlegung der beiden Grundschulen zu einem Grundschulzentrum in Groß Börnecke werden die Unterrichtsbedingungen für unsere Kinder aufgrund des vorhandenen Fachkabinetts, um ein Wesentliches verbessert. Gleichzeitig würde dies eine Sicherung der Langfristigkeit des Schulstandortes für alle drei Ortsteile mit sich bringen." Zudem biete das Gebäude in Groß Börnecke mit einer Hauptnutzfläche von 985 Quadratmetern auf zwei Ebenen mit 18 Klassenräumen optimale Bedingungen für ein Grundschulzentrum. "Bei einer perspektivischen Gesamtschülerzahl von rund 120 Schülern können aus vorhandenen Klassenräumen auch Fachkabinette, zum Beispiel für Werken, Musik und Kunst gestaltet werden", heißt es in dem Papier weiter.