Das Bundesprojekt "Junge Fahrer" richtet sich an Schüler, die in naher Zukunft ihren Führerschein machen werden. Die Polizei des Salzlandkreises, die Landesverkehrswacht Sachsen-Anhalt und die Verkehrswacht Staßfurt waren aus diesem Grund in dieser Woche in Egeln.

Egeln l Das erste Mal hinterm Steuer sitzen, allein und mit Freunden mit dem Auto durch die Gegend fahren, Diskobesuche, ohne nach einem Fahrer zu suchen - die Jugendlichen freuen sich schon sehr, wenn sie endlich ihren Führerschein haben. Doch welche Gefahren es im Straßenverkehr gibt, auf was die jungen Fahrer achten müssen und andere wichtige Informationen rund um die Autofahrt vermittelten in dieser Woche gemeinsam die Landesverkehrswacht Sachsen-Anhalt, die Verkehrswacht Staßfurt und die Polizei des Salzlandkreises in Egeln. Dazu wurden auf dem oberen Burghof der Wasserburg verschiedene Stationen aufgebaut. Die Aktion "Junge Fahrer", bei der es sich um ein Bundesprojekt handelt, richtete sich an die neunten Klassen der Sekundarschule an der Wasserburg Egeln und an die neunten und zehnten Klassen des Gymnasiums Egeln.

"Ich möchte, dass ihr alle eine Familie gründen könnt."

Gerald Lutze, Polizei Salzlandkreis

Andreas Hintze und sein Team von der Landesverkehrswacht haben auf dem Hof verschiedene Module aufgebaut. "Damit zeigen wir den Schülern, wie stark ein Aufprall mit einer Geschwindigkeit von 16 km/h sein kann", erklärt Andreas Hintze und zeigt auf den Gurtschlitten. Und dieser scheint sehr heftig zu sein. Denn das Lachen der Schüler vergeht, als die Kabine mit voller Wucht gegen ein Hinderniss prallt. Der Gurt schnürt kurz ein. Die Schüler sind froh, wenn sie die Kabine wieder verlassen können.

Auch um den Fahrsimulator bildet sich eine große Menschentraube. "Die Schüler fahren damit unterschiedliche Strecken. Dabei werden auch die äußeren Einflüsse geändert. Nebel, Regen, Schnee oder Dunkelheit müssen die Schüler meistern", erklärt Hintze weiter. Und dann kommt auch noch simulierter Einfluss von Alkohol und Drogen dazu.

Um Alkohol geht es auch an den Stationen der Verkehrswacht Staßfurt. Kerstin Albrecht und ihr Team haben einen Parcours aufgebaut. Die Schüler bekommen eine Art Taucherbrille aufgesetzt. "Diese simuliert 0,3 und 0,8 Promille", erklärt Kerstin Albrecht. Die Schüler torkeln regelrecht über den Hof. So bewusst haben sie den Rausch wohl noch nie wahrgenommen. "Ich kann mir gar nicht vorstellen, so auch noch Auto zu fahren", ruft eine Schülerin, als sie zwischen den Hindernissen hin und her strauchelt. Und genau das ist das Ziel dieser Aktion. Den Schülern soll deutlich gemacht werden, wie sehr Alkohol und Drogen doch ihre Wahrnehmung beeinflussen können.

An einer weiteren Station dürfen sich die Schüler tatsächlich einmal hinter das Steuer eines Autos setzen. Allerdings fährt dieses Auto nicht mehr. "Damit wird ein Überschlag simuliert", erklärt Andreas Hintze. Und tatsächlich. Das Auto dreht sich zweimal um die eigene Achse und bleibt auf dem Kopf stehen. Jetzt müssen sich die Schüler aus eigener Kraft aus dieser Situation befreien. Doch das Team der Landesverkehrswacht zeigt sich zufrieden mit der Leistung der Schüler.

Unschöne Fotos und Berichte hält Polizeioberkommissar Gerald Lutze in seinen Händen. Er fängt an zu blättern, erklärt den Schülern die Unfälle, die auf den Bildern zu sehen sind. Den Schülern stockt der Atem. Viele von den Fahrern, die ihr Leben bei den Unfällen verloren, waren nur wenige Jahre älter als sie. "Ich will euch davor bewahren. Ich will, dass ihr einen Beruf erlernt, eine Familie gründet und nicht bei einem Unfall ums Leben kommt", macht Gerald Lutze mit klaren Worten deutlich.

   

Bilder