In diesen Tagen jährt sich zum zehnten Mal die Gründung des Projektes der Staßfurter Urania Stern 2000. Aus diesem Anlass sprach Jens Schingale im Auftrag des Staßfurter Volksstimme mit der Vorsitzenden und Geschäftsführerin der Bildungseinrichtung Anneliese Deubeler und dem Projektleiter Karl-Heinz Klix.

Volksstimme: Wie kam es zur Eingliederung des Projekts in die Urania?

Karl-Heinz Klix: Aus der Erkenntnis heraus, dass in der Stadt Staßfurt mehr für ein soziales Miteinander getan werden muss, hatte sich im Jahr 1995 die Bürgerinitiative Stern gegründet. Die Staßfurter Urania kümmerte sich ab dem Jahr 2000 um Migranten in der Stadt und der Region. Unter anderem wurden ein gemeinsamer Stammtisch für Einheimische und Zuwanderer eingerichtet und die Sprachförderung organisiert. So war es für die Bürgerinitiative ein Bedürfnis, sich für ein soziales Miteinander einzubringen und sich zum gemeinsamen Projekt Stern 2000 zu vereinigen.

Volksstimme: Welche Zielstellungen hat das Projekt 2000?

Karl-Heinz Klix: Jeder Buchstabe des Wortes STERN bestimmt unser Leitbild. Solidarität steht für das Gefühl der Zusammengehörigkeit und die gesellschaftliche Teilhabe als entscheidende Voraussetzung für die Verwirklichung, Toleranz ist für uns die Anerkennung der Gleichwertigkeit aller Menschen unterschiedlicher Glaubens- und Denkrichtungen, Entwicklung von demokratischen Werten, Respekt und Achtung der Menschenwürde, unabhängig von der Hautfarbe, der religiösen und sexuellen Orientierung oder einer Behinderung und Neutralität bedeutet für uns die parteipolitische und konfessionelle Unabhängigkeit.

Anneliese Deubeler: Die Nachhaltigkeit des Projektes ist nur durch gleichzeitige und gleichberechtigte Umsetzung von sozialen, umweltbezogenen und wirtschaftlichen Zielen erreichbar.

Volksstimme: Mit wem arbeitet das Netzwerk zusammen?

Anneliese Deubeler: Es bestehen enge Kontakte zu den Netzwerken für Demokratie und Toleranz in Sachsen-Anhalt sowie gegen Rechtsradikalismus, zu Hilfe bei Gewalt, der Stadt Staßfurt, mit Schulen und Bildungseinrichtungen, Vereinen und Verbänden, Jugendclubs, dem Mehrgenerationenhaus der Volkssolidarität, dem Revierkommissariat, der Arge, der Staßfurter Tafel und dem Internationalen Bund und vielen mehr.

Volksstimme: Wie erfolgt die praktische Umsetzung?

Karl-Heinz Klix: Neben den schon erwähnten Bildungs- und Integrationsmaßnahmen wird das Projekt von der Urania mit eigenen Kräften und vielen Ehrenamtlichen unterstützt. Integrationslotsen unterstützen Deutsche und Migranten zum Beispiel bei Behördengängen, Arztbesuchen, Beschaffung von entsprechendem Wohnraum und der Lösung anderer Tagesprobleme. Bewährt haben sich dabei Gesprächsrunden, Vorträge und andere Veranstaltungen, die gemeinsam von Einheimischen und Zuwanderern gestaltet werden. Auf der Grundlage des Integrationsgesetzes aus dem Jahr 2005 werden von deutschen Konsulaten Deutschkenntnisse von Zuwanderern geprüft und bestätigt, erst dann erfolgt eine Einreisegenehmigung in die Bundesrepublik.

Was ich noch bemerken wollte: Der Ausländeranteil der Stadt Staßfurt betrug per 30 Juni 2009 367 Personen, das entspricht 1,2 Prozent der Einwohner.

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