In Windeseile im Internet unterwegs – wer in der Stadt Hecklingen regelmäßig auf das World Wide Web angewiesen ist, hat damit vielerorts schlechte Karten. Schnell ist die Verbindung nicht überall und ein flächendeckender Breitband-Ausbau, also ein Zugang zum Internet mit verhältnismäßig hoher Datenübertragungsrate ist nicht in Sicht.

Hecklingen. An Interesse, das Internet in der Stadt schneller zu machen, mangelt es im Hecklinger Rathaus nicht, wohl aber an dem dafür nötigen Geld. Selbst wenn die Stadt eine mögliche Förderung beim Land bewilligt bekäme, könnte sie den nötigen Eigenanteil nicht schultern. Der liegt bei 12,5 Prozent. Bürgermeister Hans-Rüdiger Kosche rechnet vor, was eine Kalkulation ergeben hat: Im Bedarfsfall würde der Ausbau des Breitband-Zugangs (DSL) in allen vier Ortsteilen die Stadt 625 000 Euro kosten. Könnte die Summe über einen Landeszuschuss gemindert werden, müsste die Stadt immer noch 78 000 Euro aus der eigenen Tasche aufbringen und das Geld ist im Moment angesichts finanzieller Engpässe im Etat nicht drin. Dass der Bedarf nach virtueller Schnelligkeit für viele Bürger gegeben ist, weiß der Rathauschef. Er beruft sich dabei auf eine Umfrage, die vor einiger Zeit im Ort durchgeführt wurde. Vor allem den Gewerbetreibenden macht das lange Warten vor dem Bildschirm beim Versenden von Daten zu schaffen. Etwa in Groß Börnecke. Hier betreibt Torsten Mokansky eine kleine Werbeagentur. Die Branche lebt vom Internet, mit einer langsamen Leitung entstehen ihm Probleme: "Ich habe ständig mehr oder weniger große Datenmengen zwischen verschiedensten Webservern zu übertragen. Webseiten müssen aktualisiert werden, Daten an Druckereien gesendet werden und so weiter. Das dauert mit dieser aktuellen langsamen Leitung natürlich oft Ewigkeiten, und kostet mich Arbeitszeit und viel Geduld", begründet er, warum ihm mit einem Ausbau der DSL-Flatrate mit einer Datenübertragungsrate auf mindestens 16000 Kilobit pro Sekunde (kbit/s) geholfen wäre.

Im Moment kann auch Alexander Staedtke aus Hecklingen davon nur träumen. Privat hat er laut Vertrag zwar einen DSL-Anschluss. Das sei aber kein richtiger DSL-Anschluss, von Breitbandversorgung könne da nicht die Rede sein, erklärt der IT-Experte. Vielmehr handele es sich um einen DSL-Light-Anschluss und der weise maximal ein Tempo von 300 bis 700 kbit/s auf. "Ich spreche in diesem Fall immer von Dorf-DSL." Denn von Breitband spreche man erst ab 2000 kbit/s , sagt er und weiß, dass es in Hecklingern vereinzelt Gebiete gibt, wo die höchste Geschwindigkeit mit 1000 kbit/s erreicht wird.

Die Firma in der Staedtke tätig ist, könnte ihr Geschäft von Gänsefurth aus, wo das Unternehmen seinen Sitz im Gewerbegebiet "Bodewiesen" hat, mit diesen Voraussetzungen nicht halten. "Wir haben eine Standleitung", erklärt der Internetfachmann. Denn die WTE Betriebsgesellschaft, für die er die Kommunikationstechnik am Laufen hält, kann sich die Schwachstellen im städtischen Breitband-Netz nicht leisten. Zu wichtig sei die Sicherheit, dass die Verbindung steht. Das Unternehmen betreibt Kläranlagen und Trinkwasserwerke deutschlandweit und im Ausland. Kontakte zu Servern europaweit laufen. Prozesse werden von Hecklingen aus überwacht. "Uns würde ein einfacher DSL-Anschluss nichts nützen", erklärt Staedtke, dass die Standleitung mit viel mehr Power läuft und die Verbindung ohne Schwankungen bei einer Datenübertragungsgeschwindigkeit von 34 000 kbit/s konstant verfügbar ist.

www.breitbandatlas.de

   

Bilder