Staßfurt/Güsten (dw). Die Hochwasservorhersagezentrale des Landesbetriebes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LHW) hat gestern eine Warnung für das Flußgebiet von Saale und Wipper herausgegeben. Zwar führten die Flüsse derzeit noch wenig Hochwasser, auch die Tendenz sei momentan fallend, sagt Frak Goreczka, Hydrologie im LHW in Magdeburg. Doch der Wetterdienst sage die Zunahme der Niederschläge voraus. Diese Daten seien für die Berechnung von möglichen Hochwasserszenarien relevant. "Im Laufe des Tages gestern zog ein Tief von Oberitalien heran, das Dauerregen und im Oberharz mäßigen Schneefall mit sich brachte." Der Wetterdienst prognostizierte bis heute zwischen 20 und 35 Liter Niederschlag pro Quadratmeter und im Harz sogar bis zu 50 Liter pro Quadratmeter. Eine Situation übrigens, so Frank Goreczka, die der in Sachsen und Thüringen ähnele. Bis morgen wird es zudem immer kälter und die Schneefallgrenze sinkt von 800 bis auf 400 Meter ab. "Bei Eintritt der angesagten Niederschläge, wird es zu einem raschen Wiederanstieg der Wasserführung in den Flüssen kommen", sagt der LHW-Experte. Für den Saalepegel Calbe gelte bereits die Alarmstufe I. An weiteren Pegeln im Salzlandkreis, so vor allem bei der Wipper, könne zudem mit einem Überschreiten der Richtwerte für Meldegrenzen und Alarmstufen gerechnet werden.

In Güsten war die Lage gestern noch nicht dramatisch. Bürgermeister Helmut Zander (SPD), der zusammen mit der Feuerwehr für das Liethewehr zuständig ist, sagte, dass die Hochwasserschutzanlage noch nicht gezogen worden sei. Durch das Liethewehr wird Wasser aus dem Fluss über einen Kanal in die Bode bei Staßfurt geleitet, um die Liethe zu entlasten.

Die Situation an der Bode zeigt sich derzeit ebenfalls noch entspannt. Der Pegel zeigte gestern um 6 Uhr 2,57 Meter und um 10 Uhr 2,56 Meter. Damit gilt für die Bode nach wie vor Alarmstufe I mit leicht fallender Tendenz. Kalte und warme Bode, auch die Zuflüsse zur Bode, zeigen ähnlich stagnierende bis leicht sinkende Werte wie in der Salzstadt. Doch auch hier gelten die Prognosen des Deutschen Wetterdienstes. "Sollten sie wie vorhergesagt eintreffen, ist eine Erhöhung der Wasserführung der Bode ebenfalls nicht ausgeschlossen", so Frank Goreczka. Dann seien die Alarmstufen II oder III nicht ausgeschlossen, sagt der Hydrologe weiter. Durch die Talsperren im Harz mit ihrem Hochwasservorhalteraum könne aber die Wasserführung immer leicht korrigiert werden.