Zum traditionellen Weihnachtsessen trafen sich gestern rund 70 Sozialschwache der Stadt Staßfurt, darunter zwölf Kinder, im Objekt der Staßfurter Tafel.

Staßfurt l Dieses Mal gab es Wildgulasch mit Rotkohl, Kartoffeln und Preiselbeeren. "Das war nur durch die Unterstützung von Spendern und Sponsoren möglich. Das wird leider immer schwieriger", sagte die langjährige Tafel-Chefin Irene Hänsch und dankte um so mehr dem in Etgersleben wohnenden Unternehmer Friedrich Rohrschneider, der das Fleisch zur Verfügung gestellt hatte und dem Berufsförderungswerk Staßfurt für den Rotkohl für ihre aktive Unterstützung.

Das Festmenü, das die Mitstreiterinnen und Mitstreiter von Irene Hänsch daraus zauberten und dann an den Tischen servierten, ließen sich die Gäste schmecken.

"Die vielen Kinder, die täglich zu uns kommen und ihre Lebensmittelbeutel in Empfang nehmen, wurden bereits in den Tagen zuvor mit kleinen Geschenken bedacht. Diese Pakete wurden in der Vorweihnachtszeit von Kindern für Kinder gepackt", sagte Irene Hänsch und lobte dafür besonders die Mädchen und Jungen der Lebenshilfe-Kindertagesstätte "Sonnenkäferland" Schneidlingen, der Grundschule in Groß Börnecke und der Sekundarschule "LebenLernen" in Schneidlingen, die ihr Spielzeug für die Armen opferten.

Dank sagte sie auch den Bäckern aus Borne, Staßfurt und Neundorf, die die Staßfurter Tafel das ganze Jahr über beliefert hatten und zum Fest Plätzchen schickten.

Spielzeug hatte auch Staßfurts Oberbürgermeister René Zok (parteilos) im Gepäck. Er wünschte den Tafel-Besuchern ein frohes Weihnachtsfest sowie Gesundheit und Schaffenskraft für das kommende Jahr, welches für sie besser ausfallen möge als die Jahre davor.

Der Stadtchef dankte den 14 ehrenamtlich oder auf Ein-Euro-Basis tätigen Mitarbeitern, die nicht müde werden, täglich um Sponsoren zu werben und inbesondere der seit der Gründung vor 13 Jahren aktiven Tafel-Chefin Irene Hänsch für ihre vorbildliche Arbeit. "Ohne sie wäre das alles nicht möglich. Sie verstehen es, in Staßfurt ein soziales Klima aufrecht zu erhalten", so Zok. Er ist fest davon überzeugt, dass Staßfurt die Tafel auch weiter braucht.

Sie ist im ehemaligen "Kaiserhof" an der Bodebrücke untergebracht und wird seit der Insolvenz des Initiativkreises Staßfurt vom Verein für Integration, Beschäftigung und Soziales (IBS) aus Lutherstadt Eisleben geführt.

Die Staßfurter Tafel wird im Monat von rund 200 Personen aufgesucht. Dort werden täglich 40 bis 50 Lebensmittelbeutel an die ärmsten der Armen ausgegeben. Zudem werden 30 Personen täglich mit einer warmen Mahlzeit versorgt. "Wir schicken keinen, der zu uns kommt und nicht aus der Stadt Staßfurt ist, weg, sondern sichern für jeden die Notversorgung", sagte Hänsch.

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