Die Türen des Elbparks sind noch nicht geschlossen, da haben findige Tangermünder bereits einen Ersatz-Veranstaltungsort ausgegraben. Mit einer Silvesterfeier soll er den Elbestädtern vorgestellt werden – der ehemalige Kultursaal des Faserplattenwerkes in der Arneburger Straße.

Tangermünde. Viele Jahre wurde an der Arneburger Straße zwischen dem heutigen Hotel Sturm und dem neuen Fitness-Studio gefeiert. Betriebsfeiern des Faser- und Spanplattenwerkes standen hier zu DDR-Zeiten auf der Tagesordnung. Mit der Wende und dem Ende dieses Betriebes war es damit vorbei. Doch der Saal blieb zusammen mit dem Haus, in dem er sich befindet, erhalten. Thomas Sturm, Inhaber der Sturm Handels GmbH, übernahm unter anderem dieses Objekt.

"Hier habe ich Jugendweihe gefeiert"

Mit dem Charme der 50er Jahre hat der Saal im ersten Obergeschoss des Backsteinhauses bis heute überlebt. Riesige Kronleuchter, sechs an der Zahl, zieren den hohen Raum. "Hier habe ich meine Jugendweihe gefeiert", erinnert sich Burkhard Klipp.

Bei einem genauen Blick auf das Parkett sind noch die Spuren von Trennwänden zu erkennen, die hier in jüngerer Vergangenheit gestanden hatten. Bis 2005 war der Saal für Berufsschulzwecke genutzt worden. Seitdem steht er leer, allerdings nicht heruntergekommen, da. Jetzt ist die Zeit gekommen, da er mit neuem Leben erfüllt werden soll.

Die Idee dazu hatten die Tangermünder Burkhard Klipp und Ralf Korte. Klipp hatte in den vergangenen Jahren mit seiner Ausstattung den Elbpark licht- und tontechnisch ergänzt. Nun will er an der Arneburger Straße einen neuen Standort aufbauen. Der Startschuss dafür soll in der Silvesternacht fallen. Klipp und Korte planen in Absprache mit Thomas Sturm alle dazu erforderlichen Aufgaben. Denn nach Jahren der Ruhezeit ist es nicht möglich, den früheren Kultursaal ohne Veränderungen für öffentliche Veranstaltungen zu öffnen.

In der vergangenen Woche hatte deshalb ein Treffen mit Mitarbeitern des städtischen Ordnungsamtes und des Bauordnungsamtes des Landkreises stattgefunden. "Wir haben etliche Auflagen zu erfüllen", sagte Korte während eines Gespräches im Kultursaal. Und da bis Silvester nicht mehr viel Zeit bleibt, stehen auch schon die ersten Handwerker der Stadt im Haus. Maler, Maurer und Elektriker sind gefragt. Außerdem müssen die Treppengeländer erhöht werden. Auch vor die hohen Fenster kommen noch Absturzsicherungen.

Die Sanitäranlagen sind bereits auf dem neuesten Stand. Dank der Nutzung durch die Berufsschule hat es hier nach 1990 umfangreiche Modernisierungen gegeben.

Selbst die Bühne ist noch vorhanden, allerdings hinter einer Glaswand versteckt. Die Wand wird im Zuge der Vorbereitungen auf die Silvesterfeier noch verschwinden.

Die Kosten für die jetzt erforderlichen Arbeiten trage, so Klipp, der Besitzer der Immobilie, Thomas Sturm.

"Wollen Geschichte aufleben lassen"

"Wir wollen die Geschichte wieder aufleben lassen", sagt Burkhard Klipp, der sich darauf freut, an dieser alten Kulturstätte zum Jahreswechsel für Musik und damit für Feststimmung sorgen zu können.

Und was erwartet die Silvestergäste nun an diesem Standort? Disko und ein kleines Mitternachtsbüfett mit Pfannku- chen und Heringssalat – alles im Stil des Elbparks, erklärt Burkhard Klipp. Einlass ist ab 19 Uhr. Bis 4 Uhr soll gefeiert werden. "Parkplätze sind ausreichend vorhanden", sagt Klipp und verweist auf das große Areal neben dem Haus. Tische und Stühle für die geplanten 250 Silvestergäste bekommen die Veranstalter von Elbpark-Besitzer Eberhard Könneke zur Verfügung gestellt.

Karten zum Preis von 20 Euro gibt es ab Montag, 15. November, im Sportgeschäft von Ralf Korte oder unter der Rufnummer (03 93 22) 30 11.