Stendal. Ab dem 10. Januar wird es einen neuen Fahrplan für den Schülerverkehr geben. Uwe Rößler, Geschäftsführer der seit 1. November für den ÖPNV im Landkreis zuständigen Regionalverkehrsbetriebe Westsachsen (RVW) und damit Chef von Stendalbus war mit zwei seiner Mitarbeiter zur Ausschusssitzung für Kultur, Sport und Schule gekommen und informierte über die gegenwärtige Situation. Auch viele Eltern kamen zu der Ausschusssitzung. Gleich zu Beginn machte Ausschussvorsitzende Edith Braun klar: "Es hat sich schon viel gebessert. Gerade wegen der guten Zusammenarbeit durch Schulamt, Busunternehmen, Eltern und Lehrer." Einige Schwachstellen des neuen ÖPNV-Systems seien ausgeräumt, aber bei Weitem noch nicht alle.

Die neuen Fahrpläne ab 10. Januar sollen weitere Problemfelder, wie lange Wartezeiten, Unpünktlichkeit der Busse und Verzögerungen zu Anschlussverbindungen beheben. Doch Landrat Jörg Hellmuth machte auch nochmal klar: "Wir können nicht zurück vom neuen zum alten System und wir können auch nicht jedem Kind einen Sitzplatz im Bus anbieten."

Die Vertreter von Stendalbus zeigten zudem auf, welche Verbindungen bereits zu Gunsten der Schüler verändert wurden, wo bereits größere Gelenkbusse eingesetzt wurden und andere Abfahrtzeiten gelten. So zum Beispiel auf der Strecke Uchtspringe-Stendal. Der Bus war in Vinzelberg so voll, dass die Anzahl der Kinder, die Anzahl der in der Satzung festgelegten Anzahl überschritt. Nun fährt ein größerer Gelenkbus auf der Strecke.

Auch die Eltern lobten viele Umsetzungen von Stendalbus. Mit den ab 10. Januar geplanten Fahrplanumstellungen zeigten sie sich zufrieden. "Mit Herrn Rößler und seinem Team ist zu reden. Das finden wir gut", sagte eine Elternvertreterin.

Doch gerade an der Kommunikation neuer Fahrpläne hapere es. Deswegen forderten die Ausschussmitlieder eine bessere Vermittlung neuer Fahrpläne durch die Lehrer an die Schüler: "Fahrpläne könnten doch vorab miteinander besprochen werden und dann zur Kenntnisnahme für Eltern mitgegeben werden", war sich Landrat Jörg Hellmuth gemeinsam mit den Ausschussmitliedern einig. Rechtzeitig will Stendalbus die Änderungen im Internet veröffentlichen. Zudem können sie auf der Internetseite vom Nahverkehrsservice Sachsen-Anhalt GmbH (Nasa) abgerufen werden.

Eine weitere Idee zur Optimierung der Fahrzeiten sei die gestaffelte Schulanfangszeit: "So könnte eine bestimmte Prozentzahl der Schüler zur ersten, der Rest zur Zweiten Stunde beginnen. Dann würde am frühen Morgen nicht alles geballt zur Schule aufbrechen", sagte der Landrat. Doch Ausschussvorsitzende Braun bemerkte dazu, dass viele Eltern an den frühen Schulbeginnzeiten ihre Arbeitszeiten gekoppelt haben. "Wir müssen aufpassen, dass wir durch gestaffelte Schulanfangszeiten keine Existenzen zerstören, zumal der späteste Beginn für Schüler laut Schulverwaltungsamt 8.15 Uhr sein muss."

Ein weiteres Anliegen zur Optimierung der Fahrten war die Berücksichtigung von sogenannten Einkaufsfahrten. "Viele ältere Leute wollen morgens in die Stadt fahren und mittags zurück, haben aber kein Telefon um den Rufbus zu nutzen", sagte ein Mitglied des Ausschusses. "Einkaufsfahrten haben wir wieder Blick", sicherte Stendalbus-Chef Rößler zu.