Das Förderprojekt Europäische Route der Backsteingotik hat einen ersten, 60 Seiten starken Reiseführer herausgegeben, in dem sich auch die Hansestadt Stendal auf zwei Seiten vorstellt. Die Broschüre ist ab sofort für einen Euro in der Stendaler Tourist-Information und in 27 anderen Städten in Deutschland, Dänemark und Polen erhältlich. Sie alle erhoffen sich einen Aufschwung in Sachen Tourismus.

Stendal. Zwei Dinge verbinden Stendal mit Lüneburg, Haderslev in Dänemark und Gdansk/Danzig in Polen: die Architektur und die Europäische Route der Backsteingotik. Angeregt vom Stendaler Landtagsabgeordneten Tilman Tögel (SPD), hatte der Stadtrat im Dezember 2007 dem Beitritt zu diesem internationalen Städtenetzwerk zugestimmt. Anfang dieses Jahres, mit der Umbenennung in Hansestadt Stendal, wurde die Stadt Vereinsmitglied der Europäischen Route der Backsteingotik – eines von inzwischen 28 in Deutschland, Polen und Dänemark.

Wie nahe verwandt unsere Stadt mit Stralsund, dem pommerschen Stargard oder mit Schleswig ist, wird beim Durchblättern des druckfrischen Reiseführers "Entlang der Europäischen Route der Backsteingotik" auf verblüffende Weise deutlich. Schlanke spitze Türme, Staffelgiebel, prächtige, aus rotem Backstein und hellen Putzflächen gebildete Fassaden – man findet sie überall rund um die Ostsee und im südlichen Binnenland im Einflussgebiet der Hanse.

Stendal auf zwei von 60 Seiten

Im Kapitel Stendal werden neben einem kurzen Abriss der Stadtgeschichte stellvertretend für die reichhaltige Backsteinarchitektur Dom und Marienkirche, Rathaus und Uenglinger Tor vorgestellt. Angebote für verschiedene Stadtführungen und Hinweise auf die Museen und das Musikforum Katharinenkirche ergänzen das kleine Stadtporträt. Ein ähnlich wie die Broschüre aufgemachtes Faltblatt behandelt ausschließlich Stendal und präsentiert dem an der Backsteingotik Interessierten sämtliche Baudenkmale dieses Stils mit Texten in deutscher und englischer Sprache.

Die Texte für diesen ersten Reiseführer der Europäischen Route der Backsteingotik hat Silke Junker von der Tourist-Information zusammen mit der Pressestelle der Hansestadt verfasst. Sie sieht die Mitgliedschaft in dem Städtenetzwerk und den gemeinsamen Auftritt der 28 Städte in einem Reiseführer als "große Chance für Stendal". "Da wir weder an der Straße der Romanik noch am Blauen Band liegen und auch zu den ¿Gartenträumen‘ nichts beizutragen haben, halten manche Stendal für touristisch wenig interessant", sagt Silke Junker. Die Route der Backsteingotik biete genau den richtigen Rahmen, in dem die Stadt ihre kulturhistorischen Stärken vermarkten könne.

Der Reiseführer für einen Euro und das kostenlose Faltblatt sind ab sofort in der Tourist-Information am Kornmarkt 8 in Stendal zu haben – ebenso wie in allen 28 Mitgliedsstädten von Haderslev in Dänemark bis Olsztyn in Polen.