Im Jahre 1412 kamen die Hohenzollern in die (Alt)Mark. 600 Jahre sind seitdem vergangen. Grund genug, im Jahre 2012 eine Sonderausstellung zu diesem Thema zu inszenieren. Sie wird im Tangermünder Burgmuseum zu sehen sein.

Tangermünde l 1412 kam Kurfürst Friedrich I. auf die Tangermünder Burg. Der Burggraf von Nürnberg und Kurfürst von Brandenburg hat damit einen Teil der Stadtgeschichte mitgeschrieben. Neben Kaiser Karl IV. bekam er deshalb 500 Jahre nach seinem Einzug in die Elbestadt ein Denkmal gesetzt. Weitere 100 Jahre später wollen die Tangermünder sich nun erneut dieses Mannes erinnern. Auf welche Weise, verriet die Leiterin der Tangermünder Museen, Sigrid Brückner, in einem Gespräch.

War es vor wenigen Jahren Kaiser Karl IV., der mit einer Sonderausstellung Raum im Pavillon des Burgmuseums bekam, so wird dieser Platz im nächsten Jahr jede Menge Wissenswertes zum Geschlecht der Hohenzollern bieten. Unter dem Motto "Friedrich I.- Burggraf von Nürnberg und Kurfürst von Brandenburg- Wie vor 600 Jahren die Hohenzollern in die (Alt)Mark kamen" wird sie hier vom 1. April bis 31. Oktober zu sehen sein.

"Da es sich hier um ein hoch wissenschaftliches Thema handelt, entsteht die Ausstellung in Zusammenarbeit mit dem Historischen Institut der Universität Potsdam", berichtete Sigrid Brückner. In der Ausstellung wird auf etwa 30 großen Tafel (ähnlich wie zur Ausstellung um das Leben und Wirken von Kaiser Karl IV.) in Texten über das Geschlecht der Hohenzollern und ihren Weg von Franken in die Mark Brandenburg berichtet. Die Rolle der Kurfürsten wird untersucht und dargestellt, über die Zeit des Umbruchs und der Neuorientierung sowie über die europäische Geschicht in der Frühneuzeit berichtet.

"Höhepunkt der Ausstellung wird die Installation der Faulen Grete sein", verriet die Museenleiterin schon heute. Dabei handelt es sich um eine Kanone, die Friedrich I. von Brandenburg nutzte, um mit ihrer Hilfe innerhalb von drei Wochen den Widerstand der märkischen Ritterschaft zu brechen und so die Grundlage für den Aufstieg der Hohenzollern-Dynastie in Brandenburg legte. Die Faule Grete ist eine Riesenkanone, die mit großen Steinkugeln bestückt wurde. Mit Hilfe des Christlichen Jugenddorfes (CJD) in Billberge wird dieses historische Geschoss in den nächsten Monaten nachgebaut werden. Hier waren zur 1000-Jahr-Feier Tangermündes auch zahlreiche riesige Kulissen entstanden, die den Festumzug schmückten.

Auch der Museumstag wird im nächsten Jahr im Zeichen der Hohenzollern stehen. Am 20. Mai plant die Museen-Chefin einen Vortrag zum Thema "100 Jahre Denkmalsplatz in Tangermünde". Kaiser Karl IV. bekam zur Eröffnung des Burgbergs im Jahr 1900 ein Denkmal gesetzt; das für den Kurfürsten folgte zwölf Jahre später.

Anlässlich dieses Jahrestages wird es am 20. Mai auch auf dem Burgberg eine Veranstaltung geben. Unter dem Motto "Der sanierte Friedrich" wird der Kurfürst aufpoliert und gewachst übergeben werden. Auch Kaiser Karl soll bis dahin eine Überholung erfahren. Kunstgießer werden sich der beiden Figuren annehmen. Friedrich erhält in diesem Zusammenhang seinen verloren gegangenen Schwertknauf zurück. Diesen gestaltet Lutz Gaede aus Uchtspringe (er schuf die Figur der Grete Minde). "Fördermittel haben wir dafür beim Land beantragt", erklärte Sigrid Brückner.

War das Denkmal Karl IV. ein Geschenk des Kaisers, so wurde Friedrich I. erst 1912 ein Denkmal gesetzt, weil sich Bürger der Stadt dafür engagiert hatten.

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