1500 Läufer aus 15 Bundesländern gingen gestern in Tangermünde an den Start zum fünften Elbdeichlauf. Die Organisatoren hatten für alles gesorgt: super Bedingungen, beste Begleitung und optimales Wetter.

Tangermünde l "Die Strecke ist wirklich wunderschön." Das sagt Marion, die gerade ihren Halbmarathon absolviert hat, ein alkoholfreies Bier in der einen, ein Stück Apfel in der anderen Hand. Und mit dieser Meinung steht die versierte Läuferin nicht allein da. "Mein Freund ist von Anfang an in Tangermünde dabei", berichtet Anne Komarewski. "Er ist begeistert von der Landschaft, und er mag vor allem die Ruhe." Die junge Frau steht am Sonntag in Buch am Streckenrand. Hier erwartet sie mit Töchterchen Susan den Halbmarathonläufer. "Außerdem finde ich die super Stimmung hier toll", fügt sie hinzu.

Dass Läufer mitunter ein lustiges Völkchen für sich sind, davon kann sich jeder überzeugen, der sie ein Stück ihres Weges begleitet. Da wird bereits wenige Meter nach dem Start, Tangermünde liegt noch in Sichtweite, ein Schwätzchen begonnen. Bei Kilometer eins sagt der erste Läufer: "So, das Tagessoll ist damit erreicht." Natürlich läuft er weiter, er hat sich ja für den Marathon angemeldet. An Onkel Toms Hütte - dem ersten Verpflegungspunkt - hören die Männer und Frauen, die fleißig Wasser, Schorle und Cola verteilen: "Ich hätte lieber ein Pils", "Habt ihr vielleicht Wodka?" oder "Gibt\'s das auch mit Schuss?" Doch Evelyn Gehne nimmt den Läufern die "Angst" vor dem Wasser. "Das ist kein Elbwasser. Es kommt frisch aus der Flasche", versichert sie.

Bei so viel Humor kann an dem sonnigen Laufsonntag nichts mehr schief gehen. Die Sportlerlaune überträgt sich auch auf das Organisationsteam. Carsten Birkholz vom Vereinsvorstand sieht geschafft aus. Doch er sagt: "Alles läuft wunderbar. Dieses Jahr habe ich sogar Zeit für etliche Gespräche. Das gab es vergangenes Jahr nicht." Viel zu viel muss am Sonntag Thomas Schulze reden. Bereits vor dem ersten Startschuss beginnt er mit der Moderation des Marathons, erklärt, ruft auf, berichtet. Später ist es seine Aufgabe, alle Zielläufer mit Namen zu begrüßen. Das gelingt ihm in den meisten Fällen.

Und auf dieser Start- und Zielstrecke im Hafen herrscht bis zum Nachmittag Hochbetrieb. Straffer Koordination bedarf es, als der Startschuss zum Kinderlauf fällt, auf der Gegenseite aber noch Marathonläufer das Ziel erreichen. Während die kurzen Beine über die 800 Meter flitzen und Carola Schulz als Startfahrerin mächtig in die Pedalen treten muss, um von den Kleinen nicht eingeholt zu werden, sind mehr als vier Stunden seit dem Marathon-Startschuss vergangen.

Alle Teilnehmer bekommen auch bei der fünften Auflage im Ziel als erstes eine Medaille um den Hals gelegt. Wenige Schritte später werden die Transponder von den Schuhen genommen. Dann sind es nur noch einige Meter, um Obst und Getränke zu bekommen und sich auf einer Bank niederzulassen. Auch am Hafen - und nicht mehr in der Sporthalle - gibt es dieses Jahr das Angebot der Physiotherapeutin Ines Nagel-Timme. Mit Unterstützung künftiger Physiotherapeuten sorgt sie für Auflockerung strapazierter Läufermuskeln. Zehn Liegen sind dafür in einem Zelt aufgebaut.

Selbst Familien können am Marathonsonntag am Hafen erlebnisreiche Stunden verbringen. Hüpfburg und Spiele werden geboten, Wissentests, Informationsstände und jede Menge Verpflegungsangebote machen es möglich. "Einfach super", freut sich Kerstin Mustow. Sie verbringt ungeplant viele Stunden am Hafen. Sohn Tim hat Spaß an Clown Tommy und will sogar noch kurzentschlossen beim Kinderlauf starten.

Weitere Bilder vom Elbdeichlauf finden sie im Internet unter www.volksstimme.de/stendal

   

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