Ortsbürgermeister Eckhard Jockisch beklagte bei der jüngsten Sitzung des Stadtrates der Einheitsgemeinde Stadt Wanzleben – Börde, dass es in Seehausen in den vergangenen Monaten eine ganze Reihe von Einbrüchen gab, die Aufklärungsquote aber gleich Null sei. "Die Leute haben Angst und vermissen Polizeipräsenz", sagte er. Er bat die Verwaltung, Kontakt mit der Polizei aufzunehmen. "Hier muss was passieren", forderte Jockisch. Die Volksstimme sprach dazu mit Revierleiter Armin Friedrichs.

Volksstimme: Es gab in der Vergangenheit immer wieder Einbrüche in Seehausen und Umgebung. Ist Seehausen aus Ihrer Sicht ein Kriminalitätsschwerpunkt?

Armin Friedrichs: Nein, den haben wir in Seehausen nicht. Es stimmt, dass wir in Seehausen in der jüngsten Vergangenheit eine Häufung von Eigentumsdelikten der Einbruchskriminalität hatten, aber bei solch eine Serie sprechen wir noch nicht von einem Kriminalitätsschwerpunkt. Mit dem Stand vom 31. Oktober haben wir in diesem Jahr in Seehausen 66 Straftaten aufgenommen. Davon waren 27 Einbrüche. Auf einen Monat hochgerechnet kommen so sieben Straftaten zusammen. Keine Frage, dass sind sieben zuviel. Zu den sieben Straftaten pro Monat zählen Körperverletzungen genauso wie Diebstähle. Da kommt die gesamte Palette des Straftatenaufkommens zusammen. Zum Vergleich: Vor einem Jahr hatte wir in Seehausen zur selben Zeit 90 Straftaten, darunter waren 33 Einbrüche.

Volksstimme: Wie hoch ist die Aufklärungsrate für die aufgenommenen Straftaten in Seehausen?

Armin Friedrichs: Im vergangenen Jahr lag die Aufklärungsquote für den Bereich Seehausen bei 41,1 Prozent. In diesem Jahr liegen wir hier bislang bei 48,5 Prozent. Das Problem bei den Einbrüchen in den kleineren Orten ist, dass wir viele örtliche, aber auch viele reisende Täter haben. In den aktuellen Fällen in Seehausen werten wir derzeit noch die Spuren aus. Der Trend im Landkreis Börde liegt was die Aufklärungsquote betrifft bei 60 Prozent. Zudem vernehmen wir im Landkreis eine sinkende Kriminalität.

Volksstimme: Wie oft und wie lange ist ein Funkstreifenwagen in Seehausen unterwegs?

Armin Friedrichs: Dazu kann ich aus polizeitaktischen Gründen nichts sagen. Die Polizei ist in den von uns analysierten Schwerpunktzeiten präsent - offen und verdeckt. Auch mit der Kriminalpolizei. Allerdings können wir eine permanente Präsenz in Seehausen nicht leisten. Dafür ist die Fläche des Landkreises einfach zu groß.

"Die Bürger können uns jederzeit anrufen "

Volksstimme: Gibt es einen direkten Ansprechpartner bei der Polizei für die Seehäuser?

Armin Friedrichs: Ansprechpartner ist jeder Polizeibeamte. Wer etwas beobachtet, sollte immer schnell die 110 wählen. Hinweise werden auf allen Wachen entgegengenommen. Die Bürger können uns jederzeit anrufen. Die Wachen sind besetzt. Vor allem in den kleineren Orten sind wir darauf angewiesen, dass uns die Bürger informieren.

Volksstimme: Ist demnächst geplant, die Seehäuser mit dem LKA-Mobil aufzusuchen, um Tipps zum Schutz vor Einbrüchen zu geben?

Armin Friedrichs: Die Einsatz-Termine für das LKA-Mobil sind für dieses Jahr schon weg. Das könnten wir aber machen, vielleicht mit einer in Seehausen für 2011 geplanten Veranstaltung, um möglichst viele Leute zu erreichen. Wir haben aber auch noch andere Möglichkeiten der Präventionsarbeit, zum Beispiel "Wie schütze ich mich gegen Eigentumsdelikte?". Mit dieser Maßnahme könnten wir beispielsweise bei Vereinssitzungen auftreten.