Landesbauminister Dr. Karl-Heinz Daehre hat am Diens- tagnachmittag das Oschersleber Burggelände besichtigt. Nach einem Rundgang hat er der Wohnungsbaugesellschaft Bewos, die das Burg- und Vorburggelände in den nächsten Jahren völlig neu gestalten will, weitere Unterstützung zugesagt.

Oschersleben. Hans Walker hatte nicht nur etliche Gewölbe und Speicher für einen Burgrundgang ausleuchten, sondern zudem das Gelände flaggen lassen. Eine Landes-, eine Stadt- und eine Bewos-Fahne flatterten im Wind, als der Bewos-Geschäftsführer am Dienstagnachmittag den Landes-Bauminister Dr. Karl Heinz Daehre auf dem Oschersleber Burggelände in Empfang nahm.

Danach hat sich Walker nicht lange bei der Vorrede aufgehalten, sondern den Minister sowie die Landtagsabgeordnete Gabriele Brakebusch (alle CDU) sofort durch die Überbleibsel der im Jahr 1204 erstmals erwähnten Burg geführt. Und Daehre war sichtlich überrascht, was er beispielsweise in den Kellergewölben oder in den Speicheretagen zu sehen bekam. Denn die von außen ziemlich marode wirkenden Gebäude "sind ja noch in einem sehr guten Zustand", stellte der Bauminister fest.

Der sich während des Rundgangs auch für die Geschichte der historischen Anlage interessierte. Auch da hatte Hans Walker vorgesorgt und den Oschersleber Stadtarchivar Mathias Schulte mit zum Burghof gebracht. Schulte wusste unter anderem zu berichten, dass die Oschersleber Burg zwar 1204 erstmals erwähnt wurde, aber "sicherlich noch sehr viel älter ist". Und dass die heute noch vorhandenen Gebäude bis in die 70er Jahre des vergangenen Jahrhunderts von der Landwirtschaft, unter anderem als Speicher und Schmiede genutzt worden waren, erfuhr Karl-Heinz Daehre von Hans Walker.

Doch war der Minister ja nicht vorrangig wegen der Vergangenheit des Burggeländes nach Oschersleben gekommen, sondern wegen dessen Zukunft. Und um die steht es gar nicht schlecht, wie Bewos-Geschäftsführer Hans Walker sagte. Ist doch die Bewos dabei, unter Einbeziehung des Seilerwegs und des Nickelkulks, in den nächsten Jahren "einen Oschersleber Stadtteil neu zu gestalten", wie Walker sagte. Was mit dem Bau eines Mehrgenerationenhauses im Seilerweg bereits begonnen hat, soll nun unter anderem mit dem Bau von Einfamilienhäusern im Seilerweg und auf der Vorburg sowie mit einer weiteren Wohnanlage am Nickelkulk fortgesetzt werden. Und in die alten Burggebäude soll nach Bewos-Vorstellungen unter anderem ein Zentral-Archiv einziehen und sollen Veranstaltungs- wie auch Verwaltungsräume entstehen. "Um das Ziel zu erreichen, brauchen wir weiterhin die Unterstützung des Landes", sagte Walker.

Solch eine Unterstützung stellte Daehre, der nicht nur vom Zustand der alten Gebäude, sondern auch von den Bewos-Plänen beeindruckt war, auch in Aussicht. So dass er bereits in den nächsten Tagen einen Mitarbeiter nach Orschersleben schicken wird, "um zu klären, welche Vorhaben förderfähig sind", wie der Minister sehr zur Freunde von Hans Walker ankündigte.