Matschige Feldwege sind zu dieser Jahreszeit ein unvermeidbares Übel. Aber muss es sein, dass zusätzlich Erdreich direkt neben den Weg am Fillergraben gekippt wird, so dass die mit Beton befestigte Spur noch schmaler und schmutzig wird? Muss nicht, zulässig ist es aber.

Oschersleben. Unter dicker Schlammschicht, ja selbst unter einer üppigen Grasnarbe liegen Betonplatten. Eigentlich sind einige der Wege im Bereich des Fillergrabens geradezu ideal zum Spazierengehen und zum Ausführen des Hundes – wenn nicht die Wege unnütz verschmutzt würden, findet Christel Pohlhaus.

Sie ist täglich mit ihrem Neufundländer unterwegs und registriert alle Veränderungen genau. In der vorigen Woche beobachtete sie, wie ein Baubetrieb im westlichen Bereich des Weges entlang des Fillergrabens Erdreich abkippte und dabei die Betonspuren nicht nur verschmutzte, sondern auch schmaler machte. "Er war an einer Stelle festgefahren und von dort an kippte er die Ladungen direkt an die Spur", ärgert sie sich. Das Wetter wird dafür sorgen, dass bald auch dieser Wegabschnitt nur noch schwer zu begehen sein wird, so ihre Befürchtung. Das müsse nicht sein, es sei auf der Wiese Platz genug zum Ablagern der 17 Lkw-Ladungen, findet sie und rief die Volksstimme an.

Die Ablagerung entlang des Weges ist mit dem Landwirt Heinz-Joachim Bückner vereinbart, hatte der Fahrer der kritischen Spaziergängerin gesagt. Heinz-Joachim Bückner bestätigte das auf Volksstimme-Nachfrage. Der Betrieb konnte dadurch auf kurzem Weg das Material entsorgen und er hat Erde zum Auffüllen des Geländes, beschrieb er die Vorteile für beide Seiten. "Und selbstverständlich werden die Erdberge weggeräumt", beteuerte er im Volksstimme-Gespräch. Das gehe allerdings erst, wenn die Flächen befahrbar sind - jetzt seien die zu nass.

Aber die Erdhaufen sollen noch etwa zwei Meter vom Weg weggeschoben werden, so die Auskunft im Telefongespräch am Freitag: "Wir haben schon angefangen, aber nur den vorderen Teil geschafft. Montag machen wir weiter." Das Versprechen hat der Landwirt gehalten.

Um die Reinigung und Begradigung zerfahrener Feldwege kümmere er sich auch. "Es gibt keine öffentliche Reinigungspflicht", sagte Petra Franke aus der Pressestelle des Landwirtschaftsministeriums auf Volksstimme-Nachfrage. "Wir Landwirte sind die einzigen, die mal mit dem Hobel drübergehen. Und wir reinigen die Wege auch, wenn wir dafür Bedarf sehen", sagte Heinz-Joachim Bückner. Ihn ärgert, wenn dann andere angefahren kommen und ihren Müll in die Landschaft werfen. Das Befahren der Feldwege ist aber nur den Landwirten gestattet, verwies er auf das Gesetz.

In der Tat erlaubt das Feld- und Forstordnungsgesetz nur das Betreten der Feld- und Waldwege, nicht das Befahren mit Kraftfahrzeugen. Die Beseitigung von Wegen ohne behördliche Genehmigung untersagt das Gesetz.