Zerbst. Die EMAG-Gruppe ist der drittgrößte Werkzeugmaschinenhersteller in Europa. Mit 330 Millionen Euro Umsatz im Jahr 2009 bestätigt sich deren Arbeit. Allein 200 Patente hält die Firma, 1650 Mitarbeiter arbeiten weltweit. Die Werkzeugmaschinenfabrik in Zerbst (Wema) gehört seit 1994 dazu und ist nun das zentrale Produktionsunternehmen.

Den 400 Mitarbeitern in Zerbst stehen sechs Hallen und eine Produktionsfläche von 36000 Quadratmetern zur Verfügung. "Ungewöhnliche Produkte verlangen einen ungewöhnlichen Produktionsablauf", sagt Oliver Hagenlocher, Presseverantwortlicher der EMAG-Gruppe. Die Wema baut für alle Technologien des Unternehmens die Grundmaschinen. Zu diesen gehören drehen, bohren, schleifen, Innenrundschleifen und viele andere mehr. "Das innovative an unseren Maschinen ist, dass sie das Werkstück nur einmal anfassen müssen. Die Maschine stellt in kombinierten Arbeitsphasen das fertige Teil her", erklärt Dietmar Wollschläger, Leiter des Bereiches Montage.

1867 wurde das damalige Vorgängerunternehmen, die Fritz Braun Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei gegründet. Anfang der 1870er Jahre wurde die erste Drehmaschine gebaut. Zwischen 1950 und 1994 wurden dann vorwiegend Groß- und Plandrehmaschinen hergestellt bis die Wema dann von der EMAG-Gruppe übernommen wurde.

Eine vertikale Pick-Up-Drehmaschine leitete den Erfolg der EMAG-Gruppe ein. 2007 wurde so ein Umsatz von 500 Millionen Euro erzielt. "In den Folgejahren hatten wir zwar auch mit der Finanzkrise zu kämpfen, aber nicht so erheblich wie vielleicht andere Firmen", sagt Hagenlocher. Auftraggeber und Kunden sind vor allem Automobilhersteller. 30 Prozent sind Auftraggeber aus dem sogenannten "non-automotive-Bereich". Dabei geht es hier um Pumpen, Flugzeugindustrie oder auch Windkraftanlagen.

Ungefähr 55 Prozent der Arbeiten werden ins Ausland exportiert. "China ist dabei unser größter Abnehmer", sagt Hagenlocher. Auch für die Zukunft ist das Wachsen der Unternehmensgruppe das Hauptziel. "Wir wollen zunächst einmal unsere Produktionspalette weiter vervollständigen", sagt Hagenlocher und fügt an. "Unser Augenmerk wird in nächster Zeit mehr der non-automotive-Industrie gelten, obwohl wir natürlich die Automobilindustrie nicht vernachlässigen wollen."

Nachwuchsförderung- und gewinn ist bei der Wema ein ganz wichtiger Faktor. Den 400 Mitarbeitern stehen nahezu 40 Auszubildende gegenüber. "Uns ist es einfach wichtig, den großen Teil der Mannschaft selbst zu gewinnen", erklärt Wollschläger. Somit zählt die Wema zu den modernsten und leistungsfähigsten Werkzeugmaschinenherstellern Europas und stellt damit in der Region Zerbst einen überaus wichtigen Wirtschaftsfaktor dar.