Rück- und Ausblicke in Sachen Verbandsgemeinde gewährt Frank Frenkel im großen Jahresabschluss-Interview mit der Volksstimme. Ronny Schoof sprach mit dem Bürgermeister über Meilensteine, Messlatten und Motivationen (Teil 1).

Volksstimme: Herr Frenkel, 52 Wochen Verbandsgemeinde Obere Aller und 50 Wochen Sie als Bürgermeister – wie schnell ging das Jahr Ihrem Gefühl nach herum?

Frank Frenkel: Sehr schnell! Es kommt mir manchmal immer noch so vor, als wäre gestern erst die Stichwahl gewesen.

Volksstimme: Ist das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

Frank Frenkel: Ich hoffe doch, ein gutes. Es gibt viel zu tun, die Arbeit macht Spaß, da verfliegt die Zeit eben. Und trotz aller Schnelllebigkeit ist es dennoch erst das Warmlaufen gewesen.

Volksstimme: Was bleibt denn hängen aus Jahr eins der Verbandsgemeinde Obere Aller?

Frank Frenkel: Es war ein ziemlich ereignisreiches Jahr in der noch jungen Geschichte der Verbandsgemeinde. Ich erinnere zum Beispiel an die Sache mit der Drehleiter direkt nach meinem Amtsantritt. Insgesamt aber, denke ich, ist uns die Umsetzung der Gemeindegebietsreform gut gelungen. Mit der Herstellung der Arbeitsfähigkeit der Verbandsgemeinde im Innen- und Außenverhältnis ist der Umwandlungsprozess im Wesentlichen abgeschlossen.

"Keine echten Enttäuschungen"

Volksstimme: In der Tat verlief "das Zusammenwachsen" zumindest nach außen hin bislang weitgehend harmonisch. Aber es wird doch auch Enttäuschungen gegeben haben, oder?

Frank Frenkel: Sicherlich gibt es Dinge, an denen man festhalten möchte, gerade wenn man Neues anspricht oder Türen zu anderen Wegen öffnet – das ist verständlich. Echte Enttäuschungen würde ich das aber nicht nennen, zumal jeder wusste, was auf uns zukommt.

Volksstimme: Sie sprachen eben vom "Warmlaufen" im ersten Jahr. Kommt es im zweiten nun zum heißen Tanz?

Frank Frenkel: Das könnte man wohl so sagen, ja. Dennoch hoffentlich weiterhin miteinander und füreinander. Die Aufgaben, denen wir uns stellen müssen, werden keinesfalls leichter, das ist wohl allen klar. Und bestimmt wird es hier und da härtere Diskussionen und unpopulärere Entscheidungen geben müssen.

Volksstimme: Wie zumeist, dürfte das alles unter dem obersten Aspekt der Finanzen behandelt werden …

Frank Frenkel: Klar, das Geld stellt eigentlich immer die größte Hürde dar. Aber trotz aller finanziellen Schwierigkeiten bin ich kein Freund von voreiligen Streichungen und Schließungen. Wir haben letztlich auch eine gesellschaftlich-soziale Verantwortung übernommen, der wir Rechnung tragen müssen. Wir kalkulieren hart am Limit, der Spielraum ist gering, die Belastungen vor allem für die Mitgliedsgemeinden sind enorm. Dennoch geht es nicht ohne Investitionen und Ideen eben auch für die drei großen Felder, für die die Verbandsgemeinde die Aufgaben übertragen bekommen hat.

"Schulen sind Kostenfaktor"

Volksstimme: Sie sprechen von den Grundschulen, Kindertagesstätten und Feuerwehren. Lassen Sie uns doch mal einen Blick auf diese Bereiche werfen – in der Schulfrage hat man sich zunächst etwas Luft verschafft, dennoch hängt über Wefensleben, Völpke und Harbke das Damoklesschwert.

Frank Frenkel: Die Schulen sind ein großer Kostenfaktor. Aber der Rat hat sich nach langer Diskussion in diesem Jahr deutlich dafür ausgesprochen, nach Lösungen zu suchen, die den Erhalt aller fünf Standorte gewährleisten sollen. Ich erwarte, dass man zu diesem Beschluss steht und hoffe, dass meine Idee zum Arbeitskreis Schulentwicklung auf Zustimmung stößt. Zudem wurden bereits kleinere Schritte zur Betriebskostensenkung in den Schulen in die Wege geleitet, das ist immerhin ein Anfang.

(Fortsetzung morgen)

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