Gröningen / Kroppenstedt. Die Eintrittspreise für das Freibad im Gröninger Ortsteil Großalsleben wurden seit Eröffnung am 15. Mai für Erwachsene erhöht. Darüber äußerten die Mitglieder des Stadtrates in Kroppenstedt in ihrer vergangenen Sitzung ihren Unmut. Die Stadt Kroppenstedt ist Mitbetreiber des Freibades und die Stadträte hatten sich vor Saisonbeginn per Beschluss mehrheitlich gegen höhere Preise ausgesprochen. Der andere Betreiber, die Stadt Gröningen, hatte unterdessen geplant, die Preise zu erhöhen, um seine Sparziele zu erreichen. Dem hatte der Stadtrat in Gröningen auch zugestimmt. Um tatsächlich mehr Eintritt zu nehmen, hätten sich beide Betreiber aber einig sein müssen.

Während man sich in Kroppenstedt wegen der Erhöhung nun verwundert die Augen rieb und fast einen Alleingang der Gröninger vermutete, war die Sachlage bei der Gröninger Bürgermeisterin Renate Hillebrand unterdessen gar nicht bekannt. "Wir wussten, dass der Kroppenstedter Stadtrat es abgelehnt hat, die Eintrittspreise zu erhöhen", sagte Renate Hillebrand auf Nachfrage der Volksstimme. Damit wäre der zuvor in Gröningen gefasste Beschluss letztlich hinfällig gewesen. "Wenn jetzt die neuen Preise genommen werden, so ist das nicht richtig", ließ Renate Hillebrand entsprechend weiter wissen.

Verbandsgemeindebürgermeisterin Ines Becker erklärte schließlich auf Nachfrage, dass innerhalb der Verwaltung "der Gröninger Beschluss schon durchgestellt" worden war, sie selbst aber nach dem ablehnenden Votum in Kroppenstedt davon ausgegangen sei, dass die Preiserhöhung gestoppt wurde. Das aber war nicht der Fall: So hat offenbar eine Panne innerhalb der Verwaltung dafür gesorgt, dass schließlich seit Saisonbeginn am 15. Mai höhere Preise bei Erwachsenen genommen wurden (Tageskarte 2,50 statt 2 Euro und Zehnerkarte 22,50 statt 18 Euro). Weiter wurde in den letzten beiden Stunden vor Schließung des Bades der volle statt - wie nach altem Tarif üblich - der halbe Eintritt kassiert. Ab sofort sollen nun wieder die alten Preise gelten.

Bei Nachweis wird zuviel gezahlter Eintritt erstattet

Die Verwaltung teilt mit, dass Besucher des Freibades, die ihre erworbenen Tageskarten zum Preis von 2,50 Euro noch aufgehoben haben, sich zwecks Erstattung an die Verwaltung in Gröningen, Marktstraße 7, wenden könnten. Besitzer von zu teuer erworbenen Zehnerkarten sollen sich dort ebenfalls melden.

Kroppenstedt hatte sich gegen eine Erhöhung der Eintritts-preise ausgesprochen, weil die Räte sich dadurch keine erheblichen Mehreinnahmen versprochen hatten. Gröningen hatte demgegenüber dafür votiert, weil die Stadt drastisch sparen muss und gegenüber dem Landkreis in einem Sparkonzept nachweisen muss, dass die Stadt alle möglichen Anstrengungen unternimmt, um die Löcher im Etat zu stopfen.

Das Freibad gehört Gröningen und Kroppenstedt seit vielen Jahren gemeinsam, anteilig nach Zahl der Einwohner. Zum Freibad treffen die Städte ihre Entscheidungen stets einvernehmlich.