Streunende Tiere, insbesondere Katzen – ob ausgesetzt oder "wild" geboren – geben auch in der Oberen Aller immer wieder Anlass zu Beschwerde oder Verdruß. Einen "offiziell gültigen Verfahrensweg" gibt es zwar in der Verbandsgemeinde, doch ist es schwierig, die "Streuner" zwischen tatsächlich herrenlos und wild lebend zu unterscheiden.

Obere Aller. In der Adventszeit war die Volksstimme über einen bemerkenswerten Fall informiert worden: Eine Wefensleber Familie hatte sich einer offensichtlich herrenlosen und schwer verletzten Katze angenommen, sie über Tage aufgepäppelt und sogar auf eigene Kosten operieren lassen. Das Tier war scheinbar vom Menschen heftig gequält worden und überlebte die Tortur nur knapp. Bleiben konnte und durfte der Vierbeiner im Hauskeller nur übergangsweise, so viel stand fest. Doch zu einem öffentlichen Aufruf nach einem Katzenliebhaber kam es nicht mehr. Das Krankenbett im Keller behagte der Katze gar nicht mehr, sie drängte nach draußen, wurde fast "rammdösig", wie von der Familie beschrieben, die hernach auch nicht mehr öffentlich in Erscheinung treten wollte. In Absprache mit dem Tierschutzverein gab man das Tier in die Obhut des Tierheims in Satuelle bei Haldensleben.

Das war letztlich auch die richtige Entscheidung, zumindest, was die amtsrechtliche Seite angeht. Bürgermeister Frank Frenkel auf Nachfrage zum Thema: "Als Verbandsgemeinde haben wir einen Vertrag mit dem Tierschutzverein Haldensleben und dessen Tierheim in Satuelle. Mitarbeiter des Vereins holen herrenlose Tiere auf Anforderung hin ab bzw. fangen diese ein."

Streunende Katzen seien grundsätzlich ein Problem, so Frenkel, allerdings unterschiedlich gelagert und subjektiv mal mehr, mal weniger schlimm eingeordnet. Er könne nur daran appellieren, die Verwaltung – in dem Fall das Ordnungsamt – rechtzeitig zu informieren, damit dem nachgegangen werden könne. Auch sollte man das Füttern herrenloser Tiere unterlassen, "so mitleiderregend es auch sein mag". Das Verwaltungsamt weise in Aushängen darauf hin. Rein rechtlich betrachtet nämlich könne letztlich der Versorger eines Tieres als dessen Halter in Verantwortung genommen werden.

Diesbezüglich gebe es in letzter Zeit auch vermehrt anonyme Hinweise auf Hunde, die wohl nicht steuerlich angemeldet seien. "Es besteht somit der Verdacht, dass nicht alle Hunde, die im Verbandsgemeindegebiet gehalten werden, steuermäßig auch erfasst sind", heißt es dazu in einer Mitteilung des Verwaltungsamts. Ob anonym oder nicht, solchen Anzeigen werde durch die Verwaltungsmitarbeiter nachgegangen, bestätigte Ordnungsamtsleiterin Bärbel Kuch. In der Tat würden durch die Überprüfung immer wieder auch "schwarze Schafe" ausfindig gemacht, die dann mit einem Bußgeld rechnen müssen. In einer Art "Weihnachtsamnestie" hat die Verwaltung säumigen Hundehaltern nun noch die Möglichkeit eingeräumt, Hunde bis zum Jahresende nachzumelden, ohne Strafe zahlen zu müssen. Näheres dazu im nebenstehenden Infokasten.