"Winterlich kalt", "oberhalb von 300 Metern Frost und Schnee" – die Meldungen des Deutschen Wetterdienstes für heute und morgen zeigen: Der Winter ist da. Auf dem Wernigeröder Bauhof ist man auf die 4. Jahreszeit vorbereitet.

Von Michael Pieper

Wernigerode. "Schierke ist ein Sonderfall, hier liegen ja schon 20 Zentimeter Schnee", sagt Bauhofchef Wolfgang Patzina. In Wernigerode und den übrigen Ortsteilen sei der Winter seiner Meinung nach aber noch nicht in Fahrt gekommen. Glaubt man den Wettermeldungen für die kommenden Tage, könnte sich das schon an diesem ersten Adventswochenende ändern.

Patzinas Team – immerhin bis zu 50 Mitarbeiter – sei bestens vorbereitet. 200 Kilometer Straßen und Gehwege müssen in den nächsten Monaten schnee- und eisfrei gehalten werden. Um diese Mammutaufgabe bewältigen zu können, stehen dem Bauhof neben einem eigenen Fuhrpark vom wendigen Multicar bis zum großen Unimog auch Partnerfirmen mit Technik und Personal hilfreich zur Seite.

Organisiert werden alle Einsätze direkt vom Gelände am Wernigeröder Köhlerteich. Hier wertet Winterdienstleiter Wolfgang Patzina im Minutentakt die Wettermeldungen aus dem Internet aus. Zeitgleich sind seine Mitarbeiter auf Kontrollfahrten unterwegs. Um schneller reagieren zu können, gibt es in Silstedt und Schierke Außenstützpunkte. "Gerade in Schierke würde es sonst zu viel Zeit kosten, wenn extra jemand aus Wernigerode hochfahren müsste", erklärt Patzina.

Der winterliche Arbeitsalltag in Wernigerode beginnt für ihn schon vor dem ersten Hähnekrähen: "Um 3.30 Uhr geht‘s los, da herrscht auf unserem Hof bereits Betriebsamkeit." Das sei nötig, um vor dem Berufsverkehr Straßen und Gehwege freischieben zu können. Danach folgen die Feinarbeiten. "Wir beginnen mit den Busrouten und Bergstraßen, da hier die Unfallgefahr bei Eisglätte am größten ist. Sackgassen, Plätze und Gehwege werden danach freigeschoben." 400 Tonnen Streusalz sind für die Fahrzeuge abholbereit auf dem Bauhof eingelagert. Für den Boulevard und andere Pflasterwege hatte Patzina im Vorfeld zusätzlich 400 Tonnen Kies geordert. Gerne hätte er noch mehr an Vorrat, aber die Lagerkapazitäten seien schon jetzt voll ausgelastet.

Bitte an Anwohner: Autos richtig parken

Um wie im letzten Winter allzu große Schneeberge aus der Innenstadt transportieren zu können, stellt die Stadt das Gelände des alten Sägewerks am Ochsenteich zur Verfügung. "Aber ich hoffe, der Winter wird nicht ganz so hart wie in der letzten Saison", gesteht Patzina. Eine Bitte richtet er an die Wernigeröder: "Bitte stellen Sie wenn möglich Ihre Autos nicht auf der Straße ab, sondern in den Einfahrten." Gerade auf engen Straßen sei es wegen parkender Autos in der Vergangenheit oft zu Problemen gekommen. Patzina: "Unsere Fahrer müssen sich sonst entscheiden – entweder schieben sie den Schnee auf den Gehweg oder gegen die Autos. Ärger mit den Anwohnern gibt es dann in jedem Fall."