Für etwa 100 Oberharzer Feuerwehrleute war gestern die Nacht gegen 2.30 Uhr beendet. Da wurden sie zu einem Großbrand nach Elbingerode gerufen. Die Lackiererei der Firma BoReK stand in Flammen.

Elbingerode. Die Anspannung ist ihnen anzusehen, der Stress auch. Aber sie wirken konzentriert, ordnen das Chaos und blicken nach vorn. Die Rede ist von Peter Bosse, Günter Reichert und Wolfgang Kulp - den drei Inhabern der Firma BoReK in Elbingerode.

Die Lackiererei ihres Unternehmens brannte am Freitagmorgen total aus. Eine benachbarte Fertigungshalle bekam auch ihren Teil ab. Der Schaden kann bis zu einer Million Euro betragen. Konkrete Zahlen liegen noch nicht vor.

"Es war unser Glück, dass wir vierschichtig arbeiten und deshalb ständig jemand im Betrieb ist. So konnte das Feuer noch relativ schnell bemerkt und gemeldet werden", sagte Peter Bosse, der die Meldung per Telefon erhielt. Obwohl die ersten Löschtrupps schon Augenblicke später vor Ort waren, gab es für die Lackiererei keine Rettung mehr. Die Farben und vor allem der heftige Sturm sorgten dafür, dass die Löschtrupps Schwerstarbeit zu verrichten hatten.

Nach und nach wurden deshalb auch Wehren aus fast allen Oberharzorten, aus Thale und die Drehleiter aus Wernigerode angefordert. Letztere wurde auf der angrenzenden B 27 platziert, so dass die Straße bis zum frühen Morgen voll gesperrt war.

Ganze vier Stunden brauchten die Feuerwehrleute, um das Flammenmeer zu bändigen. Während der Löscharbeiten entwickelte sich nach Informationen der Polizei ätzender Rauch, so dass die Bewohner von Elbingerode über Rundfunk zwischen 3 und 6 Uhr über eine mögliche Gesundheitsgefährdung informiert wurden. Die konkrete Gefahr war aber minimal, da der Rauch überwiegend in Richtung der angrenzenden Felder abzog. Menschen wurden nicht verletzt, weder durch die Rauchgase noch während der Löscharbeiten.

Gegen 8.30 Uhr war das Schlimmste vorbei. Die letzten Kameraden zogen ab, die meisten danach sofort zur Arbeit.

Der Ausbruchsort des Feuers wurde von der Polizei beschlagnahmt. Bereits gestern Vormittag nahm Brandursachenermittler Christoph Heicke seine Arbeit auf. Allerdings konnte er wenig ausrichten, da in der gesamten Halle noch ein etwa 50 cm hoher Schaumteppich lag. Der soll bis Montag verschwunden sein, so dass dann konkret ermittelt werden kann. In anderen Bereichen der Firma nahmen die Beschäftigten die Arbeit wieder auf. Die Kollegen der Lackiererei hatten indes mit Aufräumarbeiten alle Hände voll zu tun.

In der Not erfuhren die Elbingeröder aber auch Hilfe. Eine Ilsenburger Firma bot Kapazitäten für die Elbingeröder an, denn den Ilsenburgern soll vor Jahren Ähnliches passiert sein. "Wir werden das Angebot prüfen und sicher dankend annehmen. Unsere eigene Lackiererei muss auf jeden Fall komplett neu aufgebaut werden", erklärte Mit-Geschäftsführer Peter Bosse. Auch wollen die Frauen und Männer von BoReK alles daran setzen, dass ihre Kunden termingerecht ihre Waren erhalten. Ein freies Wochenende wird nicht jeder haben. Einige Kunden hatten schon nach den ersten Radiomeldungen besorgt angerufen. Die meisten hatten übrigens Verständnis für mögliche kleine Verzögerungen.

Die drei Firmeninhaber sicherten aber zu, dass es BoReK auf jeden Fall weiter geben werde. Immerhin beschäftigt das Unternehmen 65 Frauen und Männer. "Wir sind versichert, aber bis von dort etwas bezahlt wird, werden wir um einen Kredit sicher nicht umhin kommen. Aber es geht hier auf jeden Fall weiter", sind sich die Chefs einig.

Bilder