Experten haben entschieden: Auf der Friedrichstraße in Wernigerode (L 100) wird vor dem Winter nicht mehr gebaut. Die grundhafte Sanierung des Abschnitts zwischen Brückengasse und Kirchstraße beginnt erst im März, unter Vollsperrung. Dafür sollen die Arbeiten einen Monat früher beendet sein, um noch 2011 in Richtung Westerntor weiter zu bauen.

Wernigerode. Es seien nur gute Nachrichten, eröffnete Jörg Völkel die Auswertung der Expertenrunde. Nach rund einstündiger Beratung hätten die 20 Fachfrauen und -männer über die weitere Sanierung der Friedrichstraße entschieden. "Es wird gebaut, aber nicht mehr in diesem Jahr", fügte der Leiter des Wernigeröder Bauamtes hinzu.

Dirk Sauerhering, Sachgebietsleiter im Landesbaubetrieb Halberstadt, erläuterte die Gründe. Die sogenannten Suchschachtungen am 18. Oktober (wir berichteten) hätten ergeben, dass der Ausbau zwischen Brückengasse und Kirchstraße nur unter Vollsperrung beginnen kann. "Wir haben geprüft, den Regenwasserkanal auf einer anderen Trasse als vorgesehen, einzubauen, um die Straße nur halbseitig für den Fahrzeugverkehr sperren zu müssen. Die Untersuchungen des Baugrunds haben aber ergeben, dass es keine andere Möglichkeit gibt", so Dirk Sauerhering.

Unter diesen Voraussetzungen wäre ein Baustart nun frühestens Mitte November möglich. Im Vorfeld hätten noch die Umleitungen für den Linienbusverkehr, für Pkw bis Schwerlaster geklärt und eingerichtet werden müssen. "Dafür braucht man schon ein bis zwei Wochen", fügte Thomas Werner, Leiter des Straßenverkehrsamtes, hinzu.

Die noch verbleibende kurze Bauzeit bis zum Beginn der Winterpause am 17. Dezember und die enormen Belastungen für die Anwohner in Hasserode seien entscheidende Gründe dafür gewesen, mit den Arbeiten nun erst im März zu beginnen. Eine Vollsperrung sei aber auch dann "zwingend notwendig", betonte Thomas Werner. Für eine halbseitige Sperrung müsse eine Fahrbahn-Restbreite von 2,75 Meter garantiert sein. "Soviel Platz ist aber nicht, weil die Friedrichstraße in diesem Abschnitt total marode ist und wir den Gehweg nicht als Straße nutzen wollen." Werner weiter: "Dort befindet sich eine Grundschule, die Sicherheit der Kinder hat Vorrang."

Ebenso die Sicherheit der anderen Verkehrsteilnehmer. Denn für den Einbau des 600-er Regenwasserkanals wird großes Gerät gerbraucht. "Es ist doch kreuzgefährlich, unter einem ausschwenkenden Bagger hindurchzufahren", weiß Jörg Völkel. Auch im Interesse der am Projekt beteiligten Firmen sei es, die Straße gänzlich den Bauleuten zu überlassen. Annette Kimmerle, Technische Leiterin des Abwasserverbandes Holtemme: "So kann in einem Zug der Regenwasserkanal auf dem gesamten, rund 700 Meter langen Abschnitt eingebaut werden." Gleiches gilt für die Erneuerung der Trinkwasserleitung samt der Hausanschlüsse.

Die Experten rechnen mit einer Vollsperrung von acht Wochen, um die Leitungen zügig verlegen zu können. Dann soll unter halbseitiger Sperrung weiter gebaut werden. Die Arbeiten bis zum 1. September abzuschließen, "steht außer Frage. Wir visieren sogar den 1. August als Fertigstellungstermin an", sagte Dirk Sauerhering und begründet: "Der Abschnitt von Brückengasse bis Westerntor soll noch 2011 begonnen werden. Das Geld dafür steht, die Ausschreibung wird vorbereitet."Übrigens