Uwe Großhennig, der Leiter der Ilsenburger Polizeistation, wird mit Wirkung vom 1. September in den Ruhestand versetzt. Seit 1984 ist er Ilsenburgs oberster Ordnungshüter gewesen.

Ilsenburg l In der Ilsestadt ist gestern eine Ära zu Ende gegangen. Polizeihauptkommissar Uwe Großhennig ist von Kriminaldirektor Frank Bendzka in den Ruhestand verabschiedet worden. Wie der Chef des Harzer Polizeireviers feststellte, dürfte der 60-Jährige damit der dienstälteste Leiter einer Polizeistation im ganzen Land gewesen sein. Seit 1984 stand er der Polizeidienststelle in Ilsenburg vor.

Dabei wollte Uwe Großhennig eigentlich gar kein Polizist werden. Nach einer Lehre verschlug es ihn zur Feuerwehr. Die Feuerwehrschule in Heyrothsberge absolvierte er mit "Auszeichnung" und kam dann für einige Monate zur Feuerwehr nach Burg.

Doch der gebürtige Wernigeröder hatte den Harz nicht vergessen. Als Mitte der 1980er-Jahre ein Leiter des damaligen Volkspolizei-Gruppenpostens in Ilsenburg gesucht wurde, fiel die Wahl auf ihn. "Es war damals ungewohnt von Blau auf Grün umzusteigen, aber ich bin davon ausgegangen, dass es nur für ein Jahr sein würde", berichtete er gestern anlässlich seiner Verabschiedung.

Aus dem einen Jahr wurden 29und selbst seine Kollegen können sich nicht vorstellen, wie die Station nach all der Zeit nun ohne ihn laufen soll. Angesichts der anstehenden Polizeireform ist aber davon auszugehen, dass die Tage der Dienststelle in Ilsenburg ohnehin gezählt sind. Und so spendete einer seiner langjährigen Mitstreiter nach der kleinen Feierstunde im Ilsenburger Verwaltungsgebäude Trost: "Ach Uwe, sei froh, dass du hier das Licht nicht ausmachen musst."

Anerkennung für die jahrelange gute Zusammenarbeit gab es auch von der Nordharzer Bürgermeistern Hannelore Striewski (parteilos) und ihrem Ilsenburger Kollegen Denis Loeffke (CDU) sowie den Mitarbeitern der Ordnungsämter. Sie alle haben Uwe Großhennig als stets besonnenen, zuverlässigen und ehrlichen Mitstreiter kennengelernt. Und als solchen würdigte ihn auch Wernigerodes Revierkommissariatsleiter Tilo Schott. Er war sogar ein wenig stolz darauf, dass er Uwe Großhennig am längsten kennt, denn er war an der Feuerwehrschule in Heyrothsberge einer seiner Ausbilder.

Neben der aktuellen Polizeiführung waren auch zahlreiche ehemalige Polizisten zur Verabschiedung ihres langjährigen Chefs erschienen. Entzugserscheinungen nach der Polizei wird Uwe Großhennig trotz all der Jahre nicht haben. "Ich werde mich jetzt meiner Familie widmen und auch mir persönlich mehr Zeit für Hobbys gönnen", blickte er voraus.