Mit viel Unterstützung hat das Team vom Gut Heiligenstock bei Rübeland einen Adventsmarkt auf die Beine gestellt. Mehr als 500 Besuchern wurden registriert und haben so die Erwartungen der Organisatoren übererfüllt. Heute werden die Mitarbeiter und Bewohner gemeinsam Heiligabend auf Griechisch feiern.

Rübeland. Dass innerhalb von drei Stunden mehr als 500 Besucher den Weg auf den Weihnachtsmarkt im Innenhof des Guts Heiligenstock finden würden, damit hatte der Leiter des Wohnheims, Jörg Vilser, nicht gerechnet. Dabei war schon die Premierenauflage auf dem Gehöft bei Rübeland im vergangenen Jahr auf große Resonanz gestoßen. "Ich bin überwältigt", sagte Jörg Vilser beim Gang über den Hof des ehemaligen Bauernguts.

Um dem Besucheransturm Herr zu werden, richteten die Bewohner und Betreuer einen Shuttle-Bus-Service ein. Der war auch nötig, denn der "Aufstieg" vom Tal hinauf, vorbei an den gutseigenen Harzkühen bis zum Markt war durch Schnee und Eis spiegelglatt. Im Minutentakt war deshalb ein Transporter unterwegs, um Gäste vom Parkplatz hinauf auf das Gut zu fahren.

Dort herrschte bereits am frühen Nachmittag rege Betriebsamkeit in allen Ecken. An zwei Bastelstraßen konnten die kleinen Besucher Kreativität beim Bauen von Lebkuchenhäuschen und dekorativen Tannenbäumen beweisen.

Gyros statt Gans

Die Schwestern des Mutterhauses in Elbingerode führten auf dem Dachboden eines Nebenhauses Kinofilme vor. Im Stall kuschelten sich die Besucher auf Strohballen in warme Decken und ließen sich die Weihnachtsgeschichte vorlesen.

Am heutigen Heiligabend wird es dann besinnlich im Wohnheim des Diakonie-Krankenhauses für Suchtkranke. Leiter Jörg Vilser wird mit den 22 Bewohnern eine etwas andere Weihnachtsfeier veranstalten. "Unsere Bewohner durften selbst entscheiden, wie das Programm für diesen Tag aussehen wird", verriet Vilser vorab. Mit einer gemeinsamen Kaffeerunde soll der Heilig abend eingeläutet werden. "Wir werden ein paar Lieder singen, und es wird eine Andacht geben. Wer Lust hat, kann danach in Elbingerode die Christvesper besuchen." Wichtig sei allen, dass dieser Tag nicht "toternst" abläuft. Deshalb werden die Räume heute nicht typisch deutsch dekoriert. "Wir feiern Weihnachten auf Griechisch", sagt der Heimleiter. Statt Gänsebraten wird Gyros aufgetischt. Lustige Weihnachtsgeschichten und Spiele runden den eher ungewöhnlichen 24. Dezember ab.

Paddeln in Schweden

An den Feiertagen wird es laut Jörg Vilser ruhig zugehen auf dem Gut. "Viele unserer Bewohner ziehen sich über die Feiertage zurück. Wir bieten deshalb verstärkt Gesprächsrunden an. Aber auch Gemeinschaftsaktionen stehen auf dem Plan." So soll jeder die Feiertage ohne Zwang verbringen.

Für das kommende Jahr plant Vilser eine Urlaubsreise mit den Bewohnern. "In diesem Jahr waren wir nach Schweden aufgebrochen zu einer Paddeltour. Anfangs hatten viele skeptisch auf die Pläne reagiert. Aber letztlich war die Aktion ein Riesenerfolg." Auf der Paddeltour seien die Bewohner enger zusammengerückt. Aus Einzelschicksalen wurde eine Gemeinschaft. "Ein starkes Gefühl", freuten sich Jörg Vilser und sein Team.

 

Bilder