Die gemeinsam von den Fraktionen der CDU sowie der Linken vorgeschlagene Nutzung der Wasserkraft der Ilse stößt auf ein ungeteiltes Echo aller anderen Ratmitglieder in Ilsenburg. Einstimmig folgten sie bei der Stadtratssitzung in der Harzlandhalle der Idee, dieses Projekt weiter zu verfolgen und die notwendigen Voraussetzungen dafür auf den Weg zu bringen.

Ilsenburg. Es gibt gleich mehrere Gründe, die Wasserkraft der Ilse künftig besser zu nutzen oder sich an die Tugenden der Vorfahren zu erinnern. Von diesem Gedanken ließen sich offenbar die Ilsenburger Fraktionen von CDU und Linke leiten. Christdemokrat Karl Berke begründete den Vorschlag bei der Stadtratssitzung am Dienstag so: "Mit der Schaffung des neuen Ilsenburger Lehrpfades wurde nicht nur die Geschichte der Hüttenindustrie, sondern auch die Nutzung der Wasserkraft der Ilse untersucht." Immerhin arbeiteten früher jahrzehntelang Turbinen an vier Stellen entlang des Flusses. "Diese brachliegende Energiereserve soll nun bald wieder nutzbar gemacht werden", so der Fraktionsvorsitzende vor den Ratsmitgliedern.

Für die künftige Nutzung der Wasserkraft gebe es jüngsten Untersuchungen zufolge mindestens zwei aussichtsreiche Varianten: Einmal wäre das der historische Standort der alten denkmalgeschützten Radstube zwischen Forellenteich und Grundschule. Eine Alternative bestehe an der Nagelhütte.

"Touristisch und ökonomisch sehr interessant"

Während die Fallhöhe bei der ersten Variante 7,5 Meter beträgt, liegt sie am Abfluss des Nagelhüttenteichs nur bei vier Metern. Beide Standorte sollen nun eingehender überprüft werden. Dazu muss unter anderem die Umweltverträglichkeitsprüfung eingeholt werden. Im Falle der Ertüchtigung der alten Radstube hätte auch die Denkmalbehörde ein entscheidendes Wort mitzureden. Zudem gibt es eine Reihe wasserrechtlicher Fragen unterschiedlicher Interessengruppen vorab zu klären. Gespräche mit mehreren potenziellen Investoren würden unterdessen schon laufen.

Einstimmig beschlossen die Ratsmitglieder, das laut Berke "ökologisch und ökonomisch gleichermaßen interessante, wie auch touristisch bedeutsame Vorhaben" weiter zu verfolgen. Dazu wurde Bürgermeister Denis Loeffke beauftragt, es nach Kräften zu unterstützen. Erst gestern wurde bekannt, dass es sogar noch einen dritten aussichtsreichen Standort gäbe. Demnach wäre eine Wasserkraftnutzung im Bereich der Pulvermühle ebenfalls Erfolg versprechend.

"Traum von dritter Variante nicht aufgegeben"

Karl Berke: "Dort gibt es auch sieben Meter Gefälle. Insofern haben wir diesen Traum von der dritten Variante längst noch nicht aufgegeben", so der Ilsenburger.

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