Wernigerode. Lange schlief das imposante Haus an der Friedrichstraße 120 a einen Dornröschenschlaf. Durch das Engagement des Eigentümers Peter Osten und seiner Architektin strahlt das Gebäude nun wieder in alter Pracht. Davon konnten sich Interessierte bereits Ende November zur Eröffnung der Ausstellung "Maritime Impressionen" von Renée Strecker (Berlin) und nun an diesem Sonnabend bei ihrer Finissage überzeugen. Mit der Ausstellung wollte der Hausbesitzer zugleich den Abschluss der Renovierungsarbeiten in der "Villa Ursula" feiern, der er den Namen seiner 2009 verstorbenen Mutter gab.

1887 habe der Textilkaufmann August Ottenberg die Villa vom Stadtbaumeister Seifert errichten lassen, weiß Peter Osten aus alten Unterlagen. Ein beeindruckendes Gebäude, das im Denkmalverzeichnis des Landes als Baudenkmal aufgeführt ist. Im Jahr 1907 habe sich sogar ein Baron eingemietet. 1921 erwarben schließlich Ostens Großeltern das Haus, lebten darin, bis sie sich in den 60-er Jahren dazu entschlossen, die DDR zuverlassen. Erst in den 90-er Jahren erhielt die Familie ihren Besitz zurück.

"Mein Traum war es, die Villa wieder so aussehen zu lassen, wie ich sie mir in meinen Kindheitserinnerungen bewahrt hatte", so Osten, der in Karlsruhe als Verwaltungsrichter tätig ist. Zuerst wurde das Obergeschoss saniert, seit 2009, nachdem die letzte Mieterin ausgezogen war, dann auch das Untergeschoss – mit Stuckdecken, großen Flügeltüren und Holzparkett. Die erste Etage wird inzwischen als Studenten-WG vermietet. Wie er das Untergeschoss künftig nutzen möchte, darüber ist sich Peter Osten noch nicht ganz sicher. "Galerie oder Büroräume? Am liebsten wäre mir eine Mischung aus beidem."

Die Ausstellung wurde übrigens verlängert. Die Bilder von Renée Strecker sind noch bis zum 7. Januar zu sehen.