Nach der Aufführung des Märchens "Hänsel und Gretel" im letzten Jahr, stand gestern die "Weihnachtsgans Auguste" auf dem Programm im Wasserlebener Schützenhaus. Das vor 100 großen und kleinen Zuschauern aufgeführte, rund 50 Jahre alte Stück von Friedrich Wolf, hatten Schüler der Wilhelm-Busch-Schule gestaltet. Nach dem Stück gab es großen Beifall vom Publikum und eine kleine Bescherung vom Weihnachtsmann.

Wasserleben. Gespannte Erwartung gestern im Saal des Schützenhauses. Dort warten etwa 100 Mädchen und Jungen der Wasserlebener Kindertagesstätte, der Darlingeröder Grundschule sowie der gastgebenden Wilhelm-Busch-Schule, dass sich der Vorhang für "Weihnachtsgans Auguste" endlich öffnet.

Mit im Saal einige das weihnachtliche Programm unterstützende Mitglieder der Volkssolidarität Wasserlebens sowie auch zahlreiche Eltern. Trotz eisglatter Straßen wollten sich viele auch das diesjährige Programm der Theatergruppe keinesfalls entgehen lassen. Erst recht jene, die sich schon vor genau einem Jahr über die Aufführung des Märchens "Hänsel und Gretel" gefreut hatten.

Gespannte Erwartung allerdings auch unter den Mitwirkenden selbst. Wann steht man schon einmal auf so einer "großen Bühne" und vor allem vor so viel Publikum? Die einzige erwachsene Akteurin ist neben Erzählerin Juliane Strümpel zugleich die Leiterin der Theatergruppe Silke Symolka.

Gans im Entengang

Doch die Hauptperson war sie wieder einmal nur bei den aufwändigen Proben.

Hatte sich doch in der beschwerlichen Rolle der Weihnachtsgans Justin Morosow zu behaupten. Wegen des permanenten Entengangs auf, neben und vor der Bühne ganz sicher kein einfaches Unterfangen. Und eins mit garantiertem Muskelkater hinterher. Dass er während des Stückes gehörig "Federn lassen" musste, dürfte daran wenig oder nichts geändert haben.

Unter den weiteren Mitwirkenden waren Marc Pätz in der Rolle der Haushälterin "Theres", Marwin Koch als Opernsänger "Luitpold Löwenhaupt", Oliver Geisler als "Gerda" sowie Tim Niclas als "Peterle". Alle sind Schüler der dritten und vierten Klasse, also zwischen acht und zehn Jahre alt. Dass ihnen das Schauspielern ebensolche Freude bereitet hat, wie dem faszinierten jungen Publikum, merkte man allen an.

Ganz der Hausmeister

Eine nicht direkt zum Stück gehörende, aber dennoch (Bart- und Sack-) tragende Rolle hatte der Weihnachtsmann.

Er hockte die ganze Zeit mit dem Rücken zur Bühne, hatte jedoch seinen großen Auftritt mit dem Verteilen kleiner Geschenke erst als der letzte Vorhang gefallen war. Stimme und Figur hätten zwar bestens zum Hausmeister Peter Benzmann der Wilhelm-Busch -Schule gepasst, aber das ist schon wieder das nächste Märchen. Und ein solches wird es nach dem jetzigen Erfolg mit spontanen Zugabe-Rufen aus dem Saal ganz bestimmt im nächsten Jahr geben. Welches das dann sein könnte, wurde bei der diesjährigen Aufführung in Wasserlebens Schützenhaus allerdings noch nicht verraten.

Hintergrund: Die Schüler aus Wasserleben sind aufgrund sozialer und emotionaler Auffälligkeiten in ihrem Lernen sowie in der Interaktion mit anderen beeinträchtigt. Konzentrations- und Aufmerksamkeitsschwächen, Hyperaktivität, Aggressionen, aber auch Antriebsarmut und Resignation machen eine sonderpädagogische Förderung der Mädchen und Jungen in kleinen Gruppen notwendig.

Die Theaterarbeit an der Förderschule mit Ausgleichsklassen in Wasserleben ist Bestandteil des Unterrichts. In dieser Einrichtung lernen derzeit 100 Schüler. Es sind fast alles Jungen.

 

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